Die Frage aller Fragen wenn du verlassen worden bist. Und die einzige, die sie in deinem Fall beantworten kannst, bist du. Ich empfehle, sich vor der Antwort nicht zu verstecken. Doch weh wird es tun, so viel sei verraten. Aber: Nur am Anfang. Danach wird es hundert Prozent besser! Das heißt, sich der Angst zu stellen ist der nachhaltigere Weg. Mit dem anderen umschiffst du zwar den Schmerz am Anfang, aber er birgt die Gefahr, dass du dich hinter einer Mauer aus Coolness, manchmal auch Bitterkeit und Frust einigelst und im schlimmsten Fall, dir dauerhaft selbst etwas vorspielst. Das ist nicht gut, das ist auch sehr anstrengend. Gib dir lieber den Ruck und öffne deine verletzte Seele für die Trauer. Vielleicht hilft dir, daran zu denken, dass du nicht allein bist. Viele Milliarden Menschen, so meine nicht repräsentative Schätzung, sind in der Liebe enttäuscht worden und die meisten davon, haben es geschafft, dennoch wieder glücklich zu werden. Du kannst das auch.

So, und nun zu den Männern… „Wann ist der Mann ein Mann?“, sang Herbert Grönemeyer fragend in seinem Hit aus den 1980er Jahren und wir lauschten gespannt, denn der Refrain war so gestrickt, dass wir bei diese interessanten Fragestellung brennend die Antwort hören wollten – doch der Song hielt sie uns vor und ließ uns weiter fragend zurück. Gemein. Typisch Mann könnte man sagen. ; )

Es hält sich bis heute die Hoffnung, dass eine Welle der Selbstreflektion über die XYler hereinbricht und sie mit hinaustreibt auf das Meer der Selbsterkenntnis und Einsicht. Dass sie so werden, wie wir uns sie vorstellen. Wie wir sie uns backen würden. Dass sie endlich verstehen, uns vor allem. Sich selbst auch und sie anfangen uns vor ihnen selbst in einer Neuerfindung ihrer Selbst zu schützen.

„Es könnte alles so einfach sein. Is‘ es aber nicht“, stellte Grönemeyer dann gute 30 Jahre später nochmal klar und die Fantastischen Vier führten exemplarisch aus, dass das Problem von männlicher Seite, auch wenn die Herrschaften es geschafft hatten, zum Mond zu fliegen, ihnen einfach zu hoch erschien. Statt reflektiert wurde projiziert mit dem Resümee: Kann MANN eh nicht ändern. WEIBER! Und von der anderen Seite blendete der sexistische Spiegel zurück: ALTE WEIßE MÄNNER!

Seit der Erfindung von # kommen die Männer aber nicht mehr so leicht davon. Vermutlich kommentiert da oben einer lakonisch: „Konkurrenz belebt das Geschäft!“. Und da hat er Recht, denn das Geschenk der großen Enttäuschungen und Fehlentwicklungen von und im Leben ist: Weisheit. Und in der Tat entwickelt sich da etwas, nur reicht nicht ein Menschenleben, das wirklich auszukosten. Leider sind wir immer erst hinterher schlauer.

 

Alle, die vorherige Beziehungen bereuen, sollten trotzdem nicht streng mit sich sein, denn: Es bringt nichts. Sie sollten stattdessen mit Mut auf ihre Lebenserfahrung schauen und den Schmerz nicht scheuen, sondern ihn als Teil der eigenen, individuellen Lebenserfahrung annehmen – statt sich dafür zu schämen. Oft ist das Schicksal gemein, aber das Leben bleibt erst im Tod stehen. Und zum Glück sind wir Menschen durchaus in der Lage, Dinge hinter uns zu lassen. Wir können das sogar sehr gut – diese Erkenntnis sollten wir uns nicht verwehren.

Es ist eine schwere Aufgabe, die Ideale oder Vorstellungen der eigenen Prägung, der vorangegangenen Generation abzustreifen und zu den eigenen, zeitgemäßen und individuellen Bedürfnissen zu stehen. Lucky, who made it: Denn dieser Weg führt zu einer klaren Vorstellung von sich und von dem was man möchte – und vor allem was nicht. Für Liebe braucht es Mut und die liebevolle Verantwortung für sich. Es bedarf einer eigenen Haltung aber vor allem die Fähigkeit das Ausharren in unbequemen Situationen. Erst wenn wir wissen, wo wir stehen, finden wir das bestmögliche Gegenüber für uns. Und wenn es dann wieder nicht klappt, bedeutet das auch, dass wir doch noch nicht ganz bei uns angekommen sind.

Den Pfeffer in die Zwischenmenschlichkeit bringt ein Gespür für den absurden Humor eben dieser. Ein Mann ist nicht ein Mann, denn ein Mensch ist nicht ein Mensch. Viele Frauen wollen Männer so wie sind sind, die wenigsten sind auf Veränderung aus. Oder können Veränderung. Aber Veränderung wird es geben, es dauert vermutlich nur länger. Denn eins ist sicher: Wenn Frauen eine Veränderungen wollten, würden Männer ihre Geschlechterrolle neu definieren müssen. Doch viele Frauen sind nicht weniger verwirrt als die Männer. 

Dass sollte uns nicht verleiten, bei dem zu bleiben, was sie kennen. Das wird auf Dauer nicht gut gehen. Unsere Gefühle werden uns das auf Dauer nicht durchgehen lassen. Also: Wer mit dem wie er lebt, nicht dahin kommt, wo er gerne wäre, sollte sein Lebenskonzept mit einer Grundsatzfrage neu denken: „Was ist mein Traum und was brauche ich dafür?“. Oder auch: „Wo finde ich, was ich liebe, was mich liebt?“ Allerdings ist das der einfachere Teil. Der zweite bedeutet, das dann umzusetzen, doch vor Veränderung haben wir Menschen oft Angst. Das ist interessant – aber ein Systemfehler.

Denn Dinge zu machen, die wir bislang nicht gemacht haben, klingt einfach. Und ist es auch. Manchmal braucht’s einfach nur Zeit.

 

 

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