#Adventskalender 7.12.: Werde Kunst!

Roboter Art Porträts

Meine Sohn wurde heute acht Jahre alt. Ich habe ihn angesehen, den kleinen, großen blonden Kerl, dachte dabei acht Jahre zurück und sah wieder das kleine Baby vor mir, dass ich morgens um 5 Uhr sanft und voller Liebe und Erleichterung in meinen Armen gehalten hatte – und dachte nur: Wo sind all die Jahre hin?

Es ist anstrengend, Kinder groß zu ziehen und es ist zugleich das Schönste im Leben (für mich zumindest). Und die gemischten Gefühle begleiten uns unentwegt: Wir freuen uns, dass sie wachsen, älter, selbstständiger, klüger, stärker, freier werden – und möchten sich doch am liebsten auf ewig bei uns haben …

Geht natürlich nicht. Und so soll es auch sein. Aber einen Moment festhalten, das können wir. Als Fotos, als Video, aber am schönsten ist es als Porträt. Und noch besser: als Kunstwerk. 

In der kleinen, feinen Galerie Dixit Algorizmi – denn sie hat sich spezialisiert auf Kunst und Algorithmen – in der Berliner Ackerstraße 162 gibt es die Möglichkeit, sich selbst oder auch Kinder porträtieren zu lassen.

Roboter Paul zeichnet

Und das gleich in fünffacher Ausführung. Aber noch besser: Ihr werdet damit Teil des besonderen Kunstprojektes Projekt „Human Traits #2 5RNP“. Eine Installation des französischen Künstlers Patrick Tresset. Die Abkürzung bedeutet: Five Robots named Paul.

Das Projekt schafft Kunst und stellt zugleich, alles, was wir bislang als Kunst definierten, in Frage. Denn bis dato war Kunst ein Schaffensprozess, der exklusiv Menschen möglich ist.

Doch vielleicht wird es bald vorbei sein mit dieser Exklusivität. AI – Artificial Intelligence ist das Stichwort der Zukunftsvision, die jede industrielle Revolution in den Schatten stellen soll.

Nicht mehr lang, da sind sich die Experten sicher, wird es dauern, dann sind Roboter schlauer als wir. In vielen Bereichen sind sie es schon jetzt. Was das für uns Menschen bedeutet, weiß bislang niemand. Doch dass es nicht nur gut sein wird, weiß nicht nur Jahrhundert-Genie Stephen Hawking.

Tresset, dessen Installation bereits im berühmten Victoria & Albert Museum in London und im Le Centre Pompidou in Paris zu sehen war, programmierte seine Roboterzeichenklasse so, dass zeitgleich fünf Porträts ganz unterschiedlichen Stils entstehen.

Er stattete die Maschine mit Digitalkameras und Greifarmen aus, das Zeichenblatt liegt anachronistisch auf einem antiken Schultisch, gezeichnet wird mit BIC-Kugelschreibern.

Die Ergebnisse sind faszinierend – überzeugt Euch selbst:

Rund 30 Minuten dauert die Zeichenstunde. Dann sind die Werke aus tausenden Einzelstrichen fertig. Der Roboter signiert jedes seiner Werke, rollt dann autark den Greifarm zusammen und legt ihn bedächtig auf dem Pult ab und fährt den jeweiligen Rechner in den Ruhemodus. 

Das Porträtierten allein ist kostenlos (wenn es Dich interessiert, mache bitte vorher mit Peter Braun-Himmerich, den Galeristen, einen Termin Tel. 0151/25 22 26 20  oder info@dixit-algorizmi.com aus). Wenn Dir dann ein Porträt gefällt, kannst Du es für 100 Euro kaufen.

Bis Weihnachten gibt es für alle, die das Stichwort MAMA BERLIN angeben ein weiteres Porträts z.B. als Geschenk für Deine Familie dazu. Schick mir dazu bitte eine Email mit Deinem Lieblingskunstwerk unter moin@mamaberlin.org

Fotos: pixabay, Verena Schulemann

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