#altersarmut: Wir müssen reden, Ladys! Die größten Fehler, die Mütter heute im Bezug auf Geld und Beruf machen können

MAMA BERLIN Finanztipps

Eine neue Studie macht es deutlich: In keinem OECD-Land tragen Frauen mit Kindern so wenig zum Haushaltseinkommen bei wie in Deutschland. Der durchschnittliche Anteil bei Paaren mit Kindern beträgt in Deutschland 22,6 Prozent … – das ist nicht gut, meine Damen! Wir müssen reden … 

Werfen wir noch mal kurz einen Blick zurück: Es gab eine Zeit, da war eine Frau abgesichert, wenn sie heiratete, Kinder bekam und sich um Haushalt, Ehemann und Nachwuchs kümmerte. Der Mann zahlte, die Frau stand der Hälfte des Gewinnes zu, bei einer Scheidung bekam sie Kinder, das Sorgerecht plus die Hälfte des Ehegewinnes ausgezahlt, dazu gab’s Unterhalt für die Kinder und Extra-Unterhalt für sich!  

Das waren sichere Zeiten für Mütter und ihre Kinder und harte Zeiten für Väter, wenn ihre Frauen die Scheidungen einreichten – vorausgesetzt natürlich, der Ehemann war zahlungsfähig. Aber: Diese fetten Jahre sind vorbei! 

Der Staat pimpt Mutterschaft nicht mehr in dem Sinne, wie er es eben früher getan hat, sondern möchte lieber möglichst viele Steuerzahler und Steuerzahlerinnen, d.h. es ist besser, wenn auch Eltern arbeiten gehen. Leider steht das zum Widerspruch mit der harten Wirtschaftsrealität, Mütter sind nicht gerade erste Wahl auf dem deutschen Arbeitsmarkt – auch wenn immer wieder gute Argumente dargelegt werden, wieso Mütter tolle Managerinnen abgeben würden – meistens ernten diese Versuche mildes Lächeln.

Noch ein Grund, warum die Lage sich geändert hat: Weil viele Ehemänner es leid waren, ewige finanzielle Verantwortung für ihre Ex und die Kinder zu tragen (obwohl es ja löblich ist) und liefen den politischen Entscheidungsträgern die Türen ein, gründeten Lobbyverbände und setzten durch, das die Gesetze geändert oder ganz abgeschafft wurden. Mit der Folge, dass heute nach einer Scheidung oder Trennung inzwischen die Väter in der Regel finanziell begünstigt werden und Mütter UND die Kinder das Nachsehen haben und alleinerziehend eines der größten Armutsrisiken unserer Gesellschaft geworden ist.

Ganz ehrlich: So billig wie heute kamen Väter noch nie weg

Im Bezug auf ihre Vaterschaftspflichten wurde es den Männer durch Politik und Gesetzgebung inzwischen „easy like Sundaymorning“ gemacht hat, so dass es sich inzwischen für Männer fast richtig lohnt, Frauen zu schwängern, sie sitzen zu lassen und im Nachhinein, je nach Lust und Laune und Wochentag zu entscheiden, ob sie sich denn nun um den eigenen Nachwuchs kümmern oder nicht kümmern wollen.

Im Rechte einfordern sind die Väter inzwischen gut organisiert – das Engagement steht leider im Gegensatz zur Einhaltung ihrer UnterhaltsPFLICHTEN, SorgerechtsPFLICHTEN und UmgangsPFLICHTEN. Ganz ehrlich: So billig wie heute, kamen Väter noch nie weg. 

Das praktische für die Herren Väter in Deutschland anno 2017: Wenn die Rechte nicht eingehalten werden, geht die Gerichtsmaschinerie gegen die Mütter los, wenn sie allerdings ihre Pflichten nicht einhalten, passiert in der Regel faktisch erstmal: GAR NICHTS.

Verkehrte Welt eigentlich. Ändern kann man das nur, in dem die entsprechenden Gesetze (wieder) geändert würden. Das machen Politiker aber nur auf Druck aus der Bevölkerung … Noch sind zu wenig Frauen politische aktiv. Leider. 

Frauen MÜSSEN heute finanziell unabhängig sein

Frauen müssen heute, wenn sie Mama werden wollen, komplett anderes denken, als ihre Mütter: Sie müssen vom Mann finanziell unabhängig sein und bleiben.

Nur leider: Anders als in der DDR, als der Arbeitsmarkt um jede Arbeitskraft rang, ist in der deutschen Wirtschaftsrealität 2017 – schon gar nicht bei den sicheren Festanstellungen – viel Platz für berufstätige Eltern! Es  gibt zu wenig Jobs für Mütter, wenn dann sind sie in den Pflegeberufen und an den Supermarktkassen zu finden.

Die Kinderbetreuung für kleine Kinder ist für den Staat teuer und es lohnt sich, wenn Mütter diese Arbeit selbst übernehmen. Die bezahlten Jobs werden meisten viel lieber den Leuten überlassen, die flexibel arbeiten können, von Wirtschaftsunternehmen ordentlich eingesetzt werden können und hohe Steuersätze zahlen. Keine schöne Denke, nur leider Realität.

Und auch das ist Fakt: Die familiengesetzliche und steuerrechtliche Struktur in Deutschland macht es dazu überhaupt nicht profitabel für Mütter, wenn sie mehr arbeiten würden (Stichwort Ehegattensplitting). Soweit so gut, die Kinder sind da, der Mann verdient und Mama bleibt zu Hause … Aber was, wenn Plan A nicht mehr greift?

Wenn der Mann und Haupternährer wegfällt? Was wird dann aus diesen Frauen/Müttern/die letzten Jahre gar nicht bis mäßig im Arbeitsmarkt integrierten Bürgerinnen? Dann stehen wir da – und sind auf uns allein gestellt, oft geht es finanziell bergab. Die Kinderarmut steigt unter Alleinerziehenden Elternteilen signifikant an.arbeitende Mütter

Das wir noch so tief in diesen traditionellen Mustern stecken, liegt meiner Meinung nach auch an dem vor allem in Deutschland etablierten (Frankreich, Spanien, Italien ticken anders – von Skandinavien nur zu schweigen) hart-kalkulierenden patriarchalen System und die Lobby der konservativen und katholisch geprägten Einflusssphären, die das Familienbild Vater (Oberhaupt) – Mutter – Kind, mit all ihren Stereotypen als deutsches Familienleitbild hochhalten – subtil unterstützt von der Nazi-Mutterkreuz-Historie (die Frau als MILF-Kinderproduktionsapparat) und dem 50er-Jahre-Heimchen-am-Herd-und-williges-Frauchen-im-Bett, die bis heute die Männerfantasien befriedigt (klar, ist so schön einfach) und sich hartnäckig in den Köpfen hält. Nur im Osten der Republik ist es für Mütter auch noch über zwei Jahrzehnte nach dem Mauerfall selbstverständlicher Vollzeit zu arbeiten – Tendenz aber auch hier, rückläufig …

Ich bin ehrlich, jetzt wo ich schwanger bin (mit einer Tochter!), macht es mich noch wütender als sonst, dass es so ist, wie es ist. Mir gefällt so eine Gesellschaft nicht. Was können wir tun? Ambesten unser Handeln überprüfen und optimieren. Daher kommt hier meine Check-Liste. Fragt Euch selbst mal, ob da nicht mehr geht im Bezug auf finanzielle Unabhängkeit …

Hier die größten Fehler, die Mütter heute im Bezug auf Geld und Beruf machen können

Zu denken, der Mann ist Deine Alterssicherheit, Deine Bank oder auch Dein Finanzplan. Äh, nee…  Am besten ist es, Du denkst schon in der Ausbildung daran, dass DU (nur DU allein) für Dich finanziell zuständig und verantwortlich bist. Dass Du eine gute Altersabsicherung brauchst (am besten unterschiedliche Vorsorgemodelle, je früher der Abschluss, desto besser, mein Sohn ist jetzt schon mit 25 Euro monatlich dabei), vielleicht einen Bausparvertrag (wenn Du auf Wohnungseigentum setzen willst) und in eine gesundheitliche Versorgung investierst (z.B. private Zusatzversicherung). Wenn Du irgendwann mal Kinder haben wirst, plane auch schon bei der Karriereplanung ein, dass Du eine zeitlang beruflich aussetzen musst, im Idealfall einen Job brauchst, der mit Kinder kompatibel ist und Du rechtzeitig und zuverlässig die entsprechenden Karrieresprünge machen musst, bzw. Dich nach genügend Berufserfahrung auch nach selbständigen Modellen und Weiterbildungen umschaust, Dich mit den richtigen Leuten zusammentust, einfach beruflich zukunfts- und zielorientiert planst.

MAMA BERLIN Grund für SchuldenKeine Rücklagen bilden, sinnlos konsumieren, statt zu sparen: Es ist immer möglich und nie zu spät, jede Woche oder jeden Monat eine Summe x zu sparen. Wir geben oft Geld aus für Dinge, die wir eigentlich nicht brauchen. Das sollten wir einstellen und stattdessen versuchen, 25 Euro pro Woche zur Bank zu tragen auf ein Konto an das wir am besten nicht so einfach rankommen. Außerdem sollten wir bei großen Anschaffungen auf wenig aber dafür auf Qualität setzen, auch hochwertige Produkte lassen sich besser wieder verkaufen als Ramsch.

Schulden machen und das nicht als Problem ansehen: Scheidung ist der dritthäufigste Grund für Schulden in Deutschland, nach Jobverlust und gesundheitlichen Problemen. Es lässt sich oft nicht vermeiden. Aber viele fangen an, die Schulden zu verdrängen oder noch schlimmer, neue Kredite aufzunehmen, um die alten zu bedienen – und schon sitzen sie in der Schuldenfalle und das ist wirklich übel. Es geht immer schlimm aus und es drohen harte Konsequenzen. Der Verlust der Kreditwürdigkeit, Schufa, keine Möglichkeit mehr eine Wohnung anzumieten. Wenn es ganz übel wird, kann die private Insolvenz eine Möglichkeit sein, die zumindest Aussicht auf ein – wenn auch in weiter Ferne – Ende der Schuldenlast gibt. Am besten ist es aber schon die kleinsten Schulden als Priorität zu sehen und alles dran zu setzen, die Raten möglichst schnell abzuzahlen. Das geht nur durch langfristigen Verzicht und dem Willen zum Geld verdienen.

Für die Ausbildung der Kindern mehr Geld zurückzulegen, als für die eigene Altersvorsorge. Ist zwar nett, ist aber nicht schlau. Kinder bekommen staatliche Unterstützung, hier sind gute Noten z.B. viel wichtige, sowie frühe berufliche Ziele der Kinder und gezielte Förderung. Außerdem werden es Deine Kinder vielleicht auch nicht verstehen, wenn Du ihnen sagst, dass sie Dich im Altern unterstützen müssten, Du hättest ihnen dsfür die Ausbildung ermöglicht …

Nicht nach vorne schauen. Ich kenne viele Frauen, die noch immer ihren Ex dafür verantwortlich machen, dass es ihnen heute finanziell mies geht. Meine Damen, ich muss ehrlich sagen, ihr seid leider selber schuld. Kein Kerl kann Euch zwingen, den Job aufzugeben, um nur für die Kinder da zu sein. Und es gibt auch kein MUSS, sich bei den Scheidungsverhandlungen über den Tisch ziehen lassen. Wenn ihr keinen Partnerschaftsvertrag fix macht, in dem z.B. geregelt werden kann, was der andere denn monatlich zahlen muss, wenn der eine seinen Job für Haushalt und Familie zurückstellt oder wie Altersabsicherung für beide – auch für den Fall der Trennung – ausreichend gewährleistet wird, nun ja, der hat sich nicht richtig um sich gekümmert … und ist einem großen Fehler aufgesessen (s.o.). Aber schaut auch nach vorn, ändern könnt ihr es nicht mehr, aber aus Euren Fehlern lernen und es besser machen – sofort!

Nicht groß denken: Es fängt bei den Gehaltsverhandlungen an und hört bei der Karrierestufenplanung noch lange nicht auf. Ihr müsst Eure wirklichen, großen Träume als Massstab nehmen und ordentlich fordern. Wenn Ihr es Euch nicht wert seid – die andere Seite wird garantiert an den eigenen Vorteil denken und Euch dazu nicht mehr ganz ernst nehmen, wenn ihr Euch selbst unter Wert verkauft. Denn das wusste schon meine Oma: „Bescheidenheit ist eine Zier – weiter kommst Du ohne …“ GENAU!

Denken, wenn Du auf Geld achtest und an Vermögensbildung interessiert, bist Du nicht mehr liebesfähig. Hahaha. Das Gegenteil ist der Fall. Du wirst sehen … ; ). Unabhängigkeit wirkt ziemlich sexy.

 

Fotos: Statistisches Bundesamt, Statista, Pixabay

 

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14 Comments

  • Der Text triffts.
    Eine Anmerkung habe ich noch: Auf Tagungen und Kongressen stelle ich immer wieder fest, dass die berufstätigen Mütter im Westen nicht durch die Väter streng reglementiert sind, sondern durch haarsträubende Kita-Öffnungszeiten. Vollzeitjobs sind da gar nicht drin. Teilzeitjobs vielleicht, aber nur, wenn die Frau nicht mehr als 40% gehen will. Das ist hier von Thüringen bis Mecklenburg-Vorpommern flächendeckend besser. Da sich dieser Fakt bereits durch die Jahre hinzieht, und westliche Mütter erst langwierige Kampagnen führen müssten, um das zu ändern, quasi, bis ihre Kinder in die Pubertät kommen, kann ich nur arbeitswollenden Müttern empfehlen, in den Osten zu ziehen. Zumindest für die Kita- und Hortzeit der Kinder.

  • Ein echt guter Artikel. Und Du hast vollkommen recht : Frauen müssen groß denken. Ich denke wir müssen einfach überall mitmischen, gerade weil! wir Kinder haben, und unsere Welt und unser Leben gestalten zu einem schöneren Ort. Was da bislang fabriziert wurde an Umweltkrisen, Finanzkrisen, Klimakrise, Disbalancen ist hauptsächlich men´s made und auch nicht so toll. Die drohende Altersarmut von Frauen ist nur ein Aspekt vom big picture einer patriarchalen Kultur, die wir endlich einmal umwandeln müssen in eine Equality Kultur. Die Treiber dafür werden vermutlich wir Frauen sein.

  • Bemerkungen:
    Grundsätzlich bemerkenswerte und richtige Ideen, aber:
    Altersabsicherung – welche wird die nächsten 30 Jahre unbeschadet bei positiver Rendite überstehen?
    Bausparvertrag – ca. 1% Ansparzinsen bei ca. 3% Realinflation: super Geschäftsmodell, aber nicht für Bausparer;
    private Krankenzusatzversicherungen: auch Versicherer verschenken nichts;
    25 Euro wöchentlich zur Bank tragen: zu wenig.
    (Erfahrungen aus 42 Berufsjahren als Banker und aus vielen Jahren Personalverantwortung)

    Vorsorgemodelle

  • Im Fordern sind Frauen grundsätzlich nicht schlecht. Ganz erschöpft von dem vielen fordern, wird das fordern oft als Leistung angesehen. Die Realität ist aber geben und nehmen, alles was für beruflichen Erfolg benötigt wird, ist Selbstwertgefühl und Leistung. Aber es gibt vieles zu dem man berufen sein kann, nicht nur zu wirtschaftlichen Rennen.
    Frauen haben es um einiges einfacher als Männern. Das wird bei dem vielen fordern oft übersehen. Eine Frau muss einen guten Mann finden und ist in der Tat versorgt. Bis dreissig Party machen und dann glauben der Bachelor steigt aus dem Fernseher, das wird es nicht spielen. Bis Anfang vierzig studieren und sich krampfhaft als Powerkarrierefrau sehen, ist auch nicht begehrenswert für einen gesund tickenden Mann.
    Ein Mann will eine liebevolle Frau die zu ihm steht. Das wars. Unabhängigkeit wird von Frauen bei Männern begehrt, umgekegehrt ist es irrelevant. Mann und Frau sind geschaffen mit unterschiedlichen Eigeschaften, Fähigkeiten und Interessen. Läuft alles wie es soll, ergänzen beide sich bis nahe zur Perfektion.
    Was Männer nicht wollen sind verbrauchte Partymäuse, durch Feminismus/Sitcoms/Politik&Co sozial gestörte Frauen, Frauen welche mit Männern konkurrieren, sich beschweren, fordern.
    Wer am Abend gerne nachhause geht, weil dort ein von Liebe gewärmtes Heim wartet, der dort gut versorgt wird, der wird überhaupt nicht auf die Idee einer Scheidung kommen und auch gerne zurückgeben.
    Das klassische Rollenbild, das welches durch künstliche Revolutionen kurzfristig zerstört wurde, das wird wieder die Zukunft sein. Eine Frau die ein Mann sein will, sich so verhält, ist für Männer nicht interessant. Genau wie für eine Frau ein Mann uninteressant ist, welcher sich wie eine Frau verhält. Ist logisch oder? Ausnahmen gibt es natürlich immer, aber das sind Fälle wo etwas grundsätzlich schief läuft und es dadurch ständig wo hackt, Not- und Verzweifungsbeziehungen und dergleichen. Da wird dann ganz fest selbst eingeredet, das es doch in Ordnung ist, das es modern ist, das die Gesellschaft ja nun anders ist. Aber der Mensch bleibt der Mensch. Und was wünscht er sich, ausnahmslos, geschlechtsunabhängig: ein Haus mit Garten, Kinder, Gesundheit, Friede und keine Sorgen. Das geht aber nur über eine intakte Familie und dafür ist es notwenig das eben jeder Teil der Familie seine gottgegebenen (wer noch nicht so weit ist für dieses Wort dann eben Schicksalsgegebenen) Eigenschaften erkennt, anerkennt und lebt.

  • Frauen sind der Motor der Wirtschaft. Sie kaufen den unnützen Konsumkrempel, den Männer extra für Frauen herstellen. Sie können doch nicht ernsthaft verlangen, dass Frauen genauso clever investieren und konsumieren sollen, wie Männer. Wollen Sie die Binnenkonjunktur in den Keller schicken und unzählige männliche Jobs vernichten? Ich bin sprachlos.

    • Stimmt, Frauen gewinnen die Fussballweltmeisterschaft und sind Bundeskanzlerin (Verteidigungsministerin, Arbeitsministerin, Verlegerin, Großaktionärin …) in Deutschland. Aber wenn MANN immer nur konsumiert und im Internet rumwuselt, fällt es MAN nicht auf. Ist auch gut so, wenn sie weiterhin schön Bier trinken und Computerspiele datteln – das hilft der Konjunktur. Frauen gestalten derweil die Gesetze und Rahmenbedingungen.

      AUFWACHEN, kleiner ULF es ist 2017!!!!

  • Liebe Mama-Berlin,

    An Ihnen scheinen die 70-80er Jahre und die Emanzipation eher spurlos vorbei gegangen zu sein. Seit Jahrzehnten fordern Frauen ihre finanzielle Unabhängigkeit von den Männern. Seit Jahrzehnten fordern Mütter eine finanzielle Unabhängigkeit von den alleinverdienenden Vätern. Seit Jahrzehnten bejammern Mütter, dass sich Väter wenig in der Kinderbetreuung und Kindererziehung einbringen.
    Das jetzige Urteil des BGH zum Wechselmodell bekräftigt alle betreuungswilligen Eltern, die ihre Kinder betreuen und erziehen und gleichzeitig Zeit und Kraft haben, einem lukrativen Beruf nachgehen und damit ihrer eigenen Altersarmut vorbeugen zu wollen.
    Alle anderen, die das Kind als persönlichen Besitz ansehen und darum einen Elterteil aus der direkten Kinderbetreuung drängen wollen, alle die, die finanziell weiterhin von einem „Ernährer“ abhängig bleiben und später in Armut leben wollen, beklagen dieses Urteil.
    Alle jene, die vermeintlich an das Kindswohl denken, dabei aber nur ihr eigenes Wohl und egoistischen Wunsch nach Alleinverfügung über das Kind im Sinn haben, manchmal gepaart mit einem Hass auf den Expartner/Expartnerin, die richten sich die Welt so her, dass eindeutige Forschungsergebnisse, das Kind braucht zur gesunden Entwicklung den Einfluss beider Elternteil, verleugnet werden. Für diese Gruppe ist die Welt noch eine Scheibe.
    Zu welcher Gruppe zählen Sie?

    • Hallo HS – vor dem BGH wurde kein Urteil gefällt – es war ein reiner Revisionsantrag eines vorangegangenen OLG-Beschlusses. Das BGH rügte ein paar Verfahrensfehler, die sich in erster Linie gegen ein paar Detailentscheidungen des Gerichtes, die Haltung des Vaters in diesem konkreten Fall und die Nichtanhörung des 13-jährigen Kindes bezog. Es ist kein Grundsatz-Urteil, wie fälschlicherweise von einigen Medien dargelegt, zum Wechselmodell! Lies doch gerne selber nach, dann brauchst du nicht falsche Darstellungen nachplappern. Du findest den Link zum Urteil auf meiner Seite unter Gesellschaft.

      Außerdem: Die Hälfte aller getrennt lebenden Väter zahlen KEINEN Unterhalt für IHRE, wie sie das so darstellen, geliebten Kinder und schaden damit ihren Kinder ungemein. So viel zum Thema Egoismus. Und auch, wenn sie es nicht wahrhaben wollen: Die meisten Väter haben keinen BOCK auf Kindererziehung, sondern fahren gerne die Berufsschiene – was man auch an den Quoten zur Elternzeit sehen kann, sowie an den Anträgen zum Umgang vor den Familiengerichten. Die MEISTEN Väter fühlen sich sehr, sehr wohl als Wochenende-Papa und gehen lieber ihren Hobbys nach und dem Beruf.

      UND: Ich kann in Deutschland weder als Mutter noch als Kind MEHR Umgang gegen den Willen des Vaters einklagen. Wenn dem so wäre, was meinst Du, was DANN los wäre!!!! Also ich kenne sehr viele Mütter, die darauf wahnsinnig Bock hätten. Das scheinst du leider auch nicht auf deinem Schirm zu haben …

      • Ah, ich sehe schon, Sie haben meine Frage beantwortet: Ihre Welt ist eine Scheibe.
        Richtig ist, das Urteil des BGH geht am echten Kindswohl und dem Recht des Kindes auf beide Eltern, steht übrigens im Grundgesetz, den Menschenrechten und der UN-Konvention der Kinderrechte, nicht weit genug. Aber es räumt mit der Vorstellung auf, das Wechselmodell benötigt den Willen beider Eltern. Der Beschluss setzt das Kindswohl an erster Stelle und das Wohl bzw. den Willen, sprich meist den Willen der Mutter, hintan. Das schmerzt natürlich, ganz besonders natürlich Narzissten.
        Richtig ist auch, dass manche Väter sich aus der Erziehungsverantwortung für die Kinder stehlen. Ob diese Väter sich in Ihrem geschilderten Maße auch aus der finanziellen Sorge stehlen, müssten Sie mit verlässlichen Statistiken nachweisen. Außerdem sitzen bei dieser Argumentation die Mütter im Glashaus, weil unterhaltspflichtige Mütter sich in einem sehr viel höheren Maße der Verpflichtung entziehen.
        Wenn Sie die gerichtlichen Anträge auf mehr Umgang heranziehen, dann sollten Sie diese Behauptung auch durch verlässliche Zahlen nachweisen. Sonst gebe ich Ihnen Ihr Argument zurück: „dann brauchst du nicht falsche Darstellungen nachplappern“.
        Ich stimme mit Ihnen vollkommen überein, wer ein Kind zeugt, der steht dem Kind gegenüber in der Erziehungsverantwortung. Diese direkte Erziehungsverantwortung steht über der finanziellen Verantwortung. Also Erziehung statt Zahlen. Auch das spricht wieder für das verbindliche Wechselmodell.
        Absolute Zustimmung bekommen Sie von mir aber für den Satz: „Also ich kenne sehr viele Mütter, die darauf wahnsinnig Bock (…auf mehr väterlichen Umgang) hätten“. Wo ist dann das Problem? Das Wechselmodell bietet die optimalen Voraussetzungen dafür. Worüber regen Sie sich dann auf?
        Oder geht’s doch mal wieder nur um Macht, über das Kind und den verhassten Expartner, um das Bewahren alter Familienstrukturen, die so einfach sind, weil sie keine Eigeninitiative erfordern, und um Geld?
        Und ich schließe mit einem Zitat aus Ihrer Feder: „Das scheinst du leider auch nicht auf deinem Schirm zu haben.“

        • ich erkläre immer nur einmal, wers dann nicht kapiert, hat pech – oder liest einfach noch mal langsam nach … du kannst nicht über den tellerrand schauen. vielleicht nicht nur von sich auf andere schließen, sondern mal die augen öffnen, was da noch so alles los ist.

  • „GÄÄÄÄÄHHHNNN!!“ – sind das geistige spitze Schreie? Gibt es dazu nachdem es vorbei ist noch eine nüchterne Ausführung, bitte.

  • ist alles richtig, was du schreibst – allerdings sehe ich keinen gewinn als freiberufliche alleinerziehende mutter zweier kinder, da ich vermutlich NIEMALS über die grundsicherung im alter hinauskommen werde. was nützt mir mein erspartes – das mir angesichts der aktuellen anlagesituation im grunde keinen gewinn bringt bei der nullzinspolitik – wenn es mir dann komplett angerechnet wird?
    ich habe zum einen einen unabgesicherte arbeitssituation, zum anderen ein freies einkommen, das nach statistischen durchschnittsberechnungen bei „arm“ angesiedelt ist (auch wenn ich das persönlich gar nicht so sehen würde, immerhin kann ich mich und zwei kinder immerhin ernähren und wir drehen nicht jeden monat den cent um…)
    mich ärgert zunehmend die diskussion um alleinerziehende mütter, die vielen vielen ungerechtigkeiten, dieses individuelle-schicksals-ding oder bist ja selbst schuld.
    ich mach meinen job echt gut, aber ich kann mich eben nicht mit kinderlosen kollegInnen vergleichen lassen und will das auch gar nicht. oder mit der verpartnerten mutter, die aufgrund ihrer herkunftsfamilie und dazugehörigen mann ganz anders familie lebt. ich werde aber ständig verglichen – stichwort REPUTATION – und ehrlich, das k…. mich an.

    der eine kindsvater ist im grunde nicht existent und fühlt sich komplett nicht verantwortlich – schon aus prinzip nicht, weil schliesslich hätte ich am ende allein entschieden, das kind zu bekommen – also fährt er die schiene sieh-zu-wie-du-klar-kommst. und er kommt damit durch, ganz im gegenteil, ich kann nichts aber auch gar nichts machen – muss eher noch zusehen, dass absurderweise nicht meine tochter irgendwann mal für einen vater aufkommen mus – stichwort pflege im alter – den sie nicht kennt und der nie etwas getan hat, um sie zu unterstützen. das ist doch im grunde ein skandal.
    der andere vater stellt sich und seinen job über alles, zahlt den (mindest)unterhalt und findet, ich sollte doch dankbar sein. alle paar wochen hat er dann mal zeit, wenn es seine berufliche situation zulässt – und taucht als held des spielplatzes hier auf. nur erziehung findet eben nicht nur auf dem spielplatz statt. erziehung ist auch mal auseinandersetzung und reibung – aber da geht er lieber im wahrsten sinn des wortes. er ist im grunde ganz froh, dass ich alles allein regle. auf meine fragebeispielsweise, was und wie in sachen schulausstattung zu bevorstehenden ein schulung dieses jahr ansteht, kam nur, es muss ja nicht der teuerste schulrucksack sein und du bekommst ja unterhalt… es wird also nicht entschieden, was gut ist oder wäre, sondern was es zusätzlich kostet würde.
    ich beobachte und finde immer wieder sehr interessant wie unterschiedich die blickwinkel sind und wie das jeweils als selbstredend gesetzt wird.

    ich habe keine lust demütig und dankbar zu sein. und erst recht nicht, die frau, die ihren lebensunterhalt selbstverständlich verdient, weil das gehört doch heute so UND GLEICHZEITIG aber haus, hof und kinder allein versorgt – natürlich ohne gestresst zu sein oder unzufrieden, darüber dass die meiste arbeit an ihr hängenbleibt. dann lieber glücklich gestresst allein und nicht zusätzlich abgerackert für nen kerl, der denkt, ihm müssen immer noch die Eier gekrault werden – in beiderlei hinsicht.

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