So klappt das mit der Selbständigkeit: Maria und Anja über ihre Gründung von Jobinnovator

MAMA BERLIN Jobinnovator Gründerinnen

So ein Portal war dringend notwendig: Jobs für Menschen, die nicht nur die Karriere sehen, sondern Arbeit und Privates zusammenbringen. Die Teilzeit gut finden – aus verschiedenen Gründen: weil sie Familie haben, in Weiterbildung sind, Flexibilität brauchen – weil sie z.B. gerne Reisen,  zeitweilig im Ausland arbeiten oder aufwendige Hobbies pflegen. Also für Leute, die einen Alternative zum Nine-to-Five-Job suchen.

Als Maria Gerono und Anja Dehghan nach ihrer Elternzeit schier an den vorhandenen Job-Portalen verzweifelten, weil es einfach keine Möglichkeit gab, Jobs nach diesen Kriterien zu filtern – setzten sie das, was sie suchten und nicht fanden, einfach selbst in die Tat um.

Erst Freundinnen, dann Geschäftspartnerinnen

Die beiden langjährigen Freundinnen, die sich seit der Schule kennen, zusammen gewohnt, studiert und zeitgleich Mamas (zusammen vier Töchter) wurden, wurden Geschäftspartnerinnen. Im Herbst 2014 gründeten sie ihre Firma – seit Herbst 2016 ist Jobinnovator online. Bislang stemmen sie alles aus Eigenmitteln, haben ihr Büro in DEM Berliner IT- und Start-up-Hotspot Factory an der Bernauer Straße (hier sitzt auch Twitter), halten die Kosten gering – und kommen in kleinen Schritten voran. Hier erklären sie selbst, wie das Ding funktioniert …

MAMA BERLIN Jobinnovator Anja und Maria

Die letzten zwei Jahre mal kurz im Schnelldurchlauf: Idee beschlossen, rechtliche Informationen eingeholt, UG gegründet, die technischen Voraussetzungen recherchiert (entschieden, es muss eine Suchmaschiene sein, keine Börse), einen ITler gesucht, beauftragt und sich wieder von ihm getrennt – und komplette Programmierung über Bord geworfen, Gründerseminare besucht, Coaching gemacht, Businessplan und Verträge ausgearbeitet, einen Business Angel getroffen und sich ein halbes Jahr betreuen lassen, gepitcht, rechtliche Beratung eingeholt, neuen Entwickler ins Boot geholt, den zum Partner gemacht, sich nicht entmutigen lassen, Kompromisse eingegangen, Partner akquiriert, sind derzeit auf der Suche nach Investoren und kalkulieren derzeit die erste Finanzierungsrunde …

Also viel erlebt. Viel Erfahrung gesammelt. Hier teilen sie ihre Erkenntnisse mit Euch … 

Was Du wissen musst, wenn Du eine Firma gründen möchtest

  1. Du brauchst eine gute Organisation: Man muss sich jede Woche neu und genau einteilen, sich gut absprechen. Und dann ist dennoch sehr viel spontan zu organisieren.
  2. Einfach machen. Es angehen. Es ist ganz gut, dass man am Anfang nicht weiß, was in der Mitte alles kommen kann. Welche Hürden sich einem in den Weg stellen – aber Du kannst einfach auch nicht an alles denken – Du brauchst Eifer und Mut, es wird immer ein Risiko bei der Sache bleiben – am besten nur nicht zu viel darüber nachdenken …
  3. Du brauchst den richtigen Partner. Man muss klar miteinander sein und auch über unangenehme Themen offen reden können.
  4. Grundsatzfragen zu Beginn klären: Haben wir die gleichen Vorstellungen, Ziele, Werte? Wenn nicht – wird es nicht gut gehen!
  5. Rechtliche Absicherung. Rechtliche Absicherung. Rechtliche Absicherung. Uns hat gewundert, wie naiv manche an die Gründung gehen. Wir haben von Anfang an immer mit Verträgen gearbeitet – auch untereinander. Das klärt vieles und spart sich Streit im Problemfall. MAMA BERLIN Maria Anja Jobinnovator
  6. Es kostet immer mehr Geld und dauert immer länger – als man vorher gedacht hatte …
  7. Viel austauschen, viel fragen! Berlin ist ein toller Ort für eine Start-up-Gründung. Man kann leicht an die Berliner Start-up-Szene andocken, man kommt leicht ins Gespräch, kann sich vernetzen, austauschen, viele Fragen stellen – die Schwelle ist sehr niedrig, unbedingt nutzen!
  8. Den Blick für das große Ganze nicht verlieren. Sich nicht in Details verlieren – am besten ist da jemand, der einen immer wieder auf den Boden holt.
  9. Du solltest für ein Thema brennen. Unsere Idee fanden wir von Anfang an einfach wirklich wichtig. Es ist uns neben dem Geldverdienen wichtig, Transaprenz in den Arbeitsmarkt zu bringen, Unternehmenskultur mehr in den Fokus zu stellen. Die Sinnigkeit unserer Idee hat uns immer wieder motiviert, auch in trüben Tagen weiterzumachen.
  10. Selbständig bedeutet nicht, weniger Arbeit, sondern mehr. Der einzige Vorteil, Du kannst sie dir häufiger flexibel einteilen. Aber denke nicht, dass Du jetzt immer mittags schon frei hast – Nachtschichten sind unvermeidlich.
  11. Du bist verantwortlich. Da ist kein(e) Vorgesetze(r), die/der es tragen muss. Du kannst auch nicht einfach mal krank sein, wenn ein wichtiger Termin ansteht, steht der an. DU bist der Chef und trägst allein die Verantwortung.
  12. Du musst Dein Stress-Level im Auge behalten und brauchst die Gabe, schnell abschalten zu können, um Kraft zu tanken.
  13. Perfektionismus hemmt eher. Natürlich müssen manche Dinge korrekt sein, aber es gibt auch viele Bereiche, da müssen einfach Probleme schnell gelöst werden und Prioritäten gesetzt werden. Nicht alles ist dann perfekt zu lösen – aber: Es ist überhaupt nicht schlimm!

Fotos: Jobinnovator

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