Gesunde vs. ungesunde Beziehung – woran Du erkennst, dass Dein Partner Dir schadet

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Eine Liebe ist eine Liebe und eine Beziehung ist eine Beziehung. Die beiden Dinge können miteinander gehen, müssen aber leider nicht. 

Beziehungs-ChecklistImmer wieder sehe ich Paare, bei denen ich mich frage: „Warum sind die zusammen?“ Es ist keine Liebe zwischen ihnen. Sie blicken traurig, frustriert, auch aggressiv, teilnahmslos aufeinander.

Warum Menschen zusammen sind, obwohl sie sich schaden? Eigentlich ja ein Irrsinn. Wieso tut man sich das an?

Eine Trennung ist normal – kein Drama

Es liegt an den gesellschaftlichen Konventionen. Der Staat trägt mit einer konservativen Gesetzgebung im Ehe- und Familienrecht dazu bei, dass unterschieden wird zwischen „verheiratet“ (gut) und „unverheiratet/ledig“ (naja …). Ein Grundsatz wurde in uns einbetoniert: Lieber eine schlechte Beziehung als gar keine – und „bis dass der Tod euch scheidet“ – sonst: Sünde! Hölle! Fegefeuer!

Wenn wir anfangen würden zu verstehen, dass Trennungen zum Leben dazu gehören. Immer ein Abschied sind, aber auch einen Neuanfang und eine Weiterentwicklung bedeuten – dann gebe es wahrscheinlich weniger Schmerz und Panik.

Vielleicht müssen wir alle auch noch ein bisschen mehr lernen zu erkennen, wann eine gesunde Beziehung sich zu einer ungesunden Beziehung entwickelt, die niemanden mehr gut tut.

Was mir wichtig ist, einmal deutlich aufzuführen, was die Merkmale einer gesunden Beziehung und einer ungesunden Beziehung sind. Denn ich glaube, vielen ist das gar nicht klar … 

Gesunde Beziehung

  • Jeder darf so sein, wie er ist
  • Die Beziehung bringt das beste der Partner zu Tage
  • Freiräume und Selbstbestimmung sind wesentliche Bestandteile
  • Die Entwicklung beider Partner ist selbstverständlich
  • Es gibt eine wirkliche, tiefe Vertrauensbasis
  • Es gibt ein ausgeglichenes Verhältnis von Geben und Nehmen
  • Niemand versucht den anderen zu ändern
  • Niemand versucht den anderen zu kontrollieren
  • Grenzen werden akzeptiert
  • Es gibt keine Forderungen nach „bedingungsloser Liebe“
  • Beide haben ein hohes Selbstwertgefühl
  • Jeder vertraut den Aussagen des anderen
  • Gefühle werden spontan und ohne Abzuwegen ausgedrückt
  • Zuneigung, Liebe und Nähe werden gerne angenommen
  • Es gilt das Prinzip der Gleichwertigkeit der Partner

Ungesunde Beziehung

  • Gefühle werden vom anderen eingefordert und konsumiert
  • Kein ungezwungenes Geben und Nehmen, sondern Einfordern von Liebesbeweisen
  • Emotionale Abhängigkeit vom Partner („wenn du nicht da bist, geht es mir schlecht/leide ich …“)
  • Einfordern von Präsenz
  • Große Angst vor Veränderung
  • Es gibt keine Möglichkeiten zur Weiterentwicklung
  • Wenige bis keine intimen Momente, Angst vor Nähe und Zuneigung
  • Der andere wird aufgefordert, sich zu ändern
  • Psychospiele und Machtspiele
  • Viele negative und verwirrende Gefühle
  • Unverbindlichkeit im Bezug Alltagsabsprachen
  • Pauschal abwertende Bemerkungen über den anderen
  • Bedürfnisse des anderen werden herabgewertet

Jeder kann sich selbst fragen, welchen Anteil er daran hat, dass seine Beziehung gut läuft oder eben auch nicht – und es vielleicht auch noch ändern. Nur muss das von einem selbst heraus kommen, bei anderen einfordern geht leider nicht.

Und wenn sich nichts ändert? Die Beziehung ungesund ist? Dann ist es wirklich Zeit zu gehen. Am besten in Frieden.  

Foto: Pixabay

 

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