Warum starke #Frauen starke Partnerinnen sind

MAMA BERLIN starke Frauen

Gerade las ich es wieder: Männer mögen angeblich keine zu intelligenten Frauen. Während intelligente Männern von Frauen hoch geschätzt sind und Intelligenz auch körperliche Defizite ausgleichen kann, sehen Männer das gar nicht gern, wenn eine Frau einen starken Geist hat. Dumm soll sie zwar auch nicht sein, aber auf keinen Fall schlauer als der Mann. Soweit die Umfrage.

Wie triste dachte ich. Denn das bedeutet ja, dass wenn eine Frau für Männer attraktiv sein möchte (was so ein wenig in der Natur der Dinge liegt), dann darf sie sich nicht zu sehr geistig weiterentwickeln. Doch das kann doch nicht wirklich so sein. Dazu kommt noch der Fakt, dass intelligente Frauen intelligente Kinder bekommen, denn Intelligenz wird von Müttern vererbt und ist ein wichtiger Faktor, für ein erfolgreiches aber auch erfüllendes Leben.

Starke Frauen sind starke Partnerinnen – und bringen Männer nach vorn …

Damit wir nicht zurückfallen in dumme Zeiten, würde ich vorschlagen, sich nicht diesem Quatsch unterzuordnen, sondern dass wir stattdessen lieber die Männer dazu bringen, sich weiterzuentwickeln. Vielleicht ist es ratsam, dass sie ihre Angst vor starken Frauen auch mal analysieren und damit dann eben auch überwinden. 

Daher hier meine Liste von Starke-Frauen-Eigenschaften, die Männer oft erstmal abschrecken, die sie aber gut für sich nutzen können, wenn sie mal einen kleines bisschen umdenken …

  1. Starke Frauen kommen gut alleine klar. Die meisten Männer folgen dem doch eher billigen Glaubensgrundsätzen: Du musst eine Familie versorgen. Du musst Geld verdienen. Du bist der  Jäger, die Frau ist die Sammlerin. Sie hütet das heim, kommt alleine nicht klar, sie braucht Dich und deine Hilfe. Kein Wunder, wenn es sie da hoffnungslos überfordert, wenn eine Frau gar kein Interesse hat, dass man sie versorgt, weil sie das nämlich selber macht und außerdem auch noch weiß, wie man eine Lampe anbringt und Zündkerzen wechselt. Dann kommen Männer vom alten Schlag ins Schleudern: Tja, was sollen SIE denn dann machen? Und: Oha! Was ist dann mit meiner Männlichkeit? Ja, die hat viele Möglichkeiten und bemisst sich zum Glück nicht allein nach dem Kontostand. Lerneffekt: Männer können sich viel facettenreicher betrachten, lernen auch ganz andere Bereiche von sich zu schätzen und definieren Männlichkeit nicht über Härte und Ertrag sondern über Charakterstärken.
  2. Starke Frauen lassen sich nicht häuslich nieder. Klar, ist es einfach für den Mann: Er geht morgens aus dem Haus zur Arbeit und kommt abends wieder und immer ist da die Frau tu huus. Während er sich in der Welt rumtreibt, weiß er, wo sie sich aufhält und das gibt ihm ein sicheres Gefühl: Frau ist zu Hause und die Kinderbrut auch. Das befriedigt seinen Bedarf nach Kontrolle, so hat er alles im Überblick. Wenn eine Frau nicht so gerne kocht, ihre Kinder liebt, aber auch noch andere Interessen hat und auch gerne eine Putzfrau beschäftigt, werden manche Männer immer noch skeptisch. Doch: Warum will man eigentlich kontrollieren? Was bringt ihm das? Und ist die Kontrolle wirklich da? Woher weiß er denn, ob die liebe Hausfrau nicht doch den Handwerker ab und zu ran lässt, wenn er auf Geschäftsreise ist? Am Ende ist es doch bloß das GEFÜHL von Kontrolle. Lerneffekt: Männer lernen die Kontrolle abzugeben, sich den Alltag in all seinen Bereichen mit der Frau aufzuteilen und ein viel intensiveres, aber vor allem viel menschlicheres und abwechslungsreicheres Leben zu führen.
  3. Starke Frauen haben keine Angst, zu sagen, wie die Dinge liegen. In traditionellen Gesellschaften wird Männern schon als Kind beigebracht, Kritik nicht gelten zu lassen. Wachsen sie in weitgehend patriarchischen Strukturen auf, wird ihnen abverlangt, dieses schräge Verständnis von „männlicher Ehre“ zu verteidigen. Kritik ist schlecht und muss bekämpft werden – wenn dann die Kritik auch noch von einer Frau geübt wird, dann werden diese Männer ganz wild. Dabei entwickeln wir uns nur weiter, wenn wir unsere Fehler erkennen, denn nur so können wir über uns hinauswachsen. Lerneffekt: Männer lassen Kritik einfach mal gelten und denken mal ganz angstfrei darüber nach. Nur uns nahestehende Personen erkennen, wie wir wirklich sind. Wer zulassen kann und beobachtet, was passiert, kann viel über sich erfahren, und wer abblockt, blockiert sich selbst in der Erkenntnis.
  4. Starke Frauen lassen sich nicht auf Spielchen ein. Männer genießen und nutzen ihre Überlegenheit oft und gerne aus. Sie lassen die Frauen spüren, dass sie von ihnen abhängig sind oder benutzen Dominanz als Druckmittel, wenn die Frau nicht spurt. Eine starke Frau sind solche Machtspielchen zu doof. Sie merkt schnell, wenn etwas nicht richtig ist und sie hat schnell Lösungen parat. Lerneffekt: Männer sollten lernen, das Macht und Kontrolle nie zu einem erfüllten Leben führen und Instrumente der Schwachen sind, die Härte mit Stärke verwechseln. Glücklich kann nur werden, wem die Zufriedenheit aller Beteiligten am Herzen liegt.
  5. Starke Frauen lassen sich nicht um den Finger wickeln. Männer zu durchschauen ist, wenn man einmal weiß, wie es geht, nicht schwer. Starke Frauen lesen in Männern wie in einem offenen Buch und sie lassen sich kein X für ein U vormachen. Sie fallen auch auf keine Dating-Masche rein und geben sich nicht schnell hin, für sie zählen allein Taten – nicht Worte, leere Versprechungen und Ankündigungen. Doch Männer haben gelernt, dass sie sich mit Larifari ganz gut durchs Leben wurschteln können. Leider gibt es doch noch ziemlich viele Frauen, denen Mann noch nicht mal ein Bier ausgeben muss, damit sie sich nackig macht. Aber eine starke Frau gibt sich nicht für billige Tricks her – und das ist auch gut so. So trennen wir die Spreu vom Weizen. Lerneffekt: Männer müssen sich für die Frau ins Zeug legen.
  6. Starke Frauen können mit Enttäuschungen umgehen. Im Leben läuft es oft nicht wie geplant. Uns hilft Urvertrauen, dass es schon immer irgendwie weitergehen wird. Starke Frauen lieben sich und glauben an sich und sind mutig, der Realität ins Auge zu sehen, anstatt Dinge verzweifelt schön zu reden. Starke Frauen gehen nicht an Beziehungsenttäuschungen unter, sie wachsen an ihnen. Lerneffekt: Männer lernen Respekt gegenüber einer Frau.
  7. Starke Frauen können ein Nein akzeptieren, denn sie haben immer einen Plan B. Für Männer, gerade die, die Frauen gerne hinhalten, Spielchen treiben müssen, berechnend und manipulative Beziehungsstrukturen praktizieren, eine große Überraschung. Statt einer abhängigen Frau, deren Welt bei jeder Zurückweisung in Scherben zerbricht, sagen starke Frauen: „Okay“ und machen ihr eigenes Ding. Lerneffekt: Männer lernen Grenzen wahrzunehmen, sie zu kommunizieren, aber vor allem sie zu akzeptieren – die wichtigsten Grundlagen für eine stabile Beziehungen und einen respektvollen Umgang.
  8. Starke Frauen wollen Qualität und Tiefe. Sie geben sich nicht mit Unverbindlichkeiten zufrieden. Sie wollen klare Ansagen bzgl. der gemeinsamen Zukunft, der Vorstellungen und zuverlässige Planungen. Sie wollen die Familie und die Freunde kennenlernen, sie möchten viel über das Leben des anderen erfahren, sie sind neugierig, wissbegierig und tiefgründig. Sie können intensiv an der Beziehung arbeiten und scheuen keine Mühen. Unzufriedene, frustrierte Männer ist das zu anstrengend. Lerneffekt: Es trennt die Spreu vom Weizen. Wer keinen Biss hat, sollte sich nicht mit einer Partnerschaft rumplagen. Nur wer es ernst meint, hat eine starke Frau verdient.
  9. Starke Frauen definieren sich nicht über ihren Beziehungsstatus. Sie beurteilen Menschen nach ihrem Charakter, nicht nachdem, ob sie verheiratet, geschieden oder sonst was sind. Mit Menschen, die sich mit solche Nebensächlichkeiten aufhalten, können sie nichts anfangen. Männer, die gewohnt sind, eine „Frau an sich zu binden“, ihr „den Ring an den Finger zu stecken“ und sie zu „ihrer Frau“ zu machen, irritiert diese Unabhängigkeit. Diese Männer wollen Sicherheit und viele sehen Frauen noch immer als ihren Besitz an. Lerneffekt: Männer sollten sich fragen, woher es kommt, dass sie der Sicherheit so viel Wert beimessen und was in ihrem Leben sie so verängstigt hat, dass sie dieses Besitztumsdenken an den Tag legen. Aber vor allem, welche Möglichkeiten das Leben noch bereithält, wenn wir der Freiheit ein bisschen mehr Raum geben würden und anfangen zu vertrauen.
  10. Starke Frauen wissen, was Liebeskummer ist. Und damit auch, wie kostbare die Liebe ist, aber auch was Liebe von „Liebe“ unterscheidet. Sie kennen diese feinen Unterschiede und sie wissen, das es für alles einen richtigen Zeitpunkt gibt und dass man manchmal Geduld braucht – und dass nur Männer mit Geduld, es ernst meine. Lerneffekt: Männer müssen lernen, wirklich und tief zu lieben.
  11. Starke Frauen wissen, was sie im Bett wollen. Es gibt leider doch noch ziemlich viele Männer, die denken, es sei eine Art Pflicht der Partnerin mit ihnen regelmäßig zu schlafen. Sie stellen nicht das gemeinsame Erleben in den Fokus, sondern tatsächlich die eigenen Befriedigung. Wie dumm das ist, wissen zum Glück aber auch immer mehr. Lerneffekt: Sich auf die Bedürfnisse, Wünsche und Ideen des anderen Partners einzulassen, eröffnet vollkommen neue Welten. Wer dahin kommt, wirkliche Lust gemeinsam zu erleben und sich auf den anderen einzustimmen, erlebt eine emotionale Tiefe, die geile Triebstillung nie erreichen kann.

Du hast noch mehr Ideen, was Männer von starken Frauen lernen können? Das kommentiere unten oder schicke gerne eine Email an: moin@mamaberlin.org!

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5 Comments

  • Das allerwichtigste ist wohl dabei: Es ist gar nicht schlimm etwas beigebracht zu bekommen! Von einer Frau! Ihr schafft das Männer. Tut auch nicht weh. Versprochen.

  • Es macht eine Beziehung menschlicher wenn beide sich beim stark sein mal abwechseln können. Wenn alles nur am Mann hängt, das muss doch auch für einen Mann unglaublich anstrengend sein. Z.b. bei Krankheit oder jobverlust kann ein zweites Einkommen (nicht nur ein Zubrot! ) den unterschied zwischen Katastrophe und harter Zeit sein.

  • Ohja,mein Exfreund war auch so…Das mit uns funktionierte am Anfang nur,weil ich vieles irgendwie nicht wahrhaben wollte.Als ich seine Maschen aber dann durchschaut habe und mich weiterentwickelt hab,hat er aus lauter Verzweiflung nur noch versucht,mich fertig zu machen.Ob er was daraus gelernt,kann ich mir nicht vorstellen.Schließlich war ich ja „die Böse“…

  • Der Artikel über starke Frauen gehört zur journalistischen Oberklasse, denn er wirft sofort folgende zwingend logische Frage auf:
    Was sind schwache Frauen? Denn, wenn es starke Frauen als explizite Kategorie gibt, dann muß es zwangsläufig auch die Kategorie der schwachen Frauen geben, von denen die starken Frauen abgegrenzt sind.

    Leider ist im obigen Artikel nur die „starke Frau“ charakterisiert. Es erscheint zu profan, daß eine schwache Frau das Gegenteil einer starken Frau sein sollte, was allein schon bei dem Kriterium „häuslich niederlassen“ absolut bizarr ist.
    Da ich als Mann nur zu gern eine starke Frau haben möchte, wäre ich sehr an einer Erläuterung interessiert, was eine „schwache Frau“ auszeichnet, damit ich mich von diesen schwachen Frauen fernhalten kann. Denn leider habe ich nicht so viel Zeit, um Frauen zu probieren und dann nach Monaten festzustellen, daß sie „schwach“ sind.
    Wenn es alle Männer so halten, sollte nach der darwinschen Selektionstheorie dafür gesorgt sein, daß es spätestens nach einer Generation keine schwachen Frauen mehr sondern nur noch starke Exemplare gibt.

    Also bitte her mit dem Artikel über schwache Frauen – wir wollen besser werden und uns weiterentwickeln!

    Und etwas Mut zum Veröffentlichen dieses Kommentars – Nur, wer von der Lüge lebt, muß die Wahrheit fürchten.

    • Keine Sorge, starke Frauen suchen sich starke Männer. Wenn es bei dir bislang nicht geklappt hat, bist du einfach nicht stark genug … Kann ja noch werden.

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