WORK IT! Warum #Arbeit, #Kohle, #Verantwortung so wichtig sind

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Das Wort ARBEIT stammt aus dem Mittelhochdeutschen AREBEIT und das ist wiederum vom Germanischen Arapi abgeleitet, das Mühsal und Plage bedeutet.

Arbeit war also früher etwas Unangenehmes, das gemacht werden musste – oder das man anderen überlies, wenn man es sich leisten konnte. Der Adel und der Klerus ließen arbeiten und beuteten ihre Knechte, ihre Sklaven aus. Dass das nicht in Ordnung war, wissen wir alle.

Heute verstehen wir unter Arbeit den Beruf, die Hausarbeit, die Erziehungsarbeit. Und die wenigsten haben das Glück, zu sagen, dass ihre Arbeit Spaß macht – aber dahin sollte unser aller Weg gehen …

Wir müssen nicht mehr das Feld selbst bestellen und Tiere jagen, unsere Lebensmittel selber herstellen und unser Haus selbst bauen – aber wir müssen ins Büro (oder zum Jobcenter), um einen Geldwert auf unser Konto zu bekommen, mit dem wir dann die Miete zahlen und die Lebensmittel kaufen können. Außerdem brauchen wir eine Krankenversicherung, Geld für Kleidung, Bildung und Urlaub, für Sport und Hobbies und für die Mobilität für die Altersvorsorge …

Was ist der ideale Job? Einer der Geld bringt und Spaß macht

Wenn wir schlau sind und Glück haben, dann schaffen wir es eine Arbeit zu bekommen, die uns a) Spaß macht, uns b) weiterbringt und c) auch noch gut bezahlt wird. Um das zu erreichen, ist Bildung hilfreich und ein selbstbestimmtes, bewusstes Leben – aber es ist einfach oft auch Glück. Für uns alle sollte es Anspruch sein, das Optimum zu erreichen, doch nicht jedem gelingt das.

Wenn wir Pech haben, läuft das aber auch alles überhaupt nicht so. Dann finden wir a) keinen Job, der uns Freunde macht und werden b) auch nicht ausreichend bezahlt.

Besonders eng wird es, wenn wir Kinder haben, die noch mit versorgt werden müssen, die Kosten in die Höhe treiben und die einen ziemlichen Druck entstehen lassen und aus der Not heraus schlecht verhandelbar und unattraktiv für den Arbeitsmarkt wirken lassen, wenn wir Diskriminierung ausgesetzt sind. Aber auch hier gilt, sich einfach nicht unterkriegen zu lassen.

Erster Schritt ist immer, nach Verbündeten zu suchen, Menschen, die einen unterstützen, gute Tipps haben, uns begleiten – aber auch hier, muss der Antrieb aus uns heraus kommen.

Was dann passiert, wir unter dem Stichwort „Vereinbarkeit“ (mag das Wort nicht, ich finde selbständig LEBEN würde reichen) gerne beackert. Hier die wichtigsten Seiten zu Institutionen, die sich mit dem Thema beschäftigen:

  • LOB-Magazin: Zwei Frauen aus Süddeutschland betreiben das Magazin und berichten aus Frauensicht über die Berufswelt – aufgeräumt, ambitioniert, engagiert, wachsam
  • Erfolgsfaktor Familie: Dahinter steckt das Bundesfamilienministerium, das Unternehmen anhalten möchte, hier mehr auf die Bedürfnisse von Berufstätigen mit Kindern einzugehen und den Arbeitsplatz nach modernen Anforderungen auszurichten
  • Forschungszentrum familienbewusste Personalpolitik wurde an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster gegründet, hat weitere Standorte in Berlin und Bochum und erforscht unter anderem die Potenziale und Effekte einer familienbewussten Personalpolitik
  • Meine Empfehlung ist auch der ausführliche Text bei Wikipedia: Liest sich echt spannend, mit vielen Vergleichen, wie sich das Verständnis historisch gewandelt hat, wie andere Ländern mit der Frage umgehen. Wenn Du es liest, dann merkst Du, wie Dein Horizont sich weitet im Bezug auf das Thema …
  • Working Moms: Ein bundesweites Netzwerk, das Veranstaltungen, Netzwerk und Austausch für berufstätige Mütter bietet

Eigenes Geld zu verdienen, sollte für alle Menschen selbstverständlich werden

Ich arbeite beruflich mein ganzes Leben. Schon während der Schulzeit habe ich mit 16 Jahren zweimal die Woche gejobbt, manchmal mehr. Ich habe neben meinem Studium gearbeitet und – bis auf das Jahr Elternzeit – auch immer als Mutter. Das Geldverdienen gehört für mich zum Leben selbstverständlich dazu, wie Essen, Trinken oder den Führerschein machen.

Als ich Mutter wurde, habe ich ein Jahr ausgesetzt – die Arbeit allein mit einem kleinen Baby war anstrengender als jeder Job in meinem Leben zuvor (für mich am härtesten: der Schlafentzug, die körperliche Belastung, das Schreien, das Tragen, die Sorge, die Einsamkeit als Frau …, die Langweile nur noch windeln, stillen, „buschi, buschi“, die Eingeschränktheit in der Bewegung und in der Lebensgestaltung) doch die harte Arbeit hat sich gelohnt! Für meinen Sohn und für mich, ich habe sehr, sehr viel über das Leben gelernt.

Heute zu arbeiten, finde ich eine unglaubliche Möglichkeit – denn Arbeit im Sinn von Beruf bringt viel:

  • Mein eigenes Geld und damit Wertigkeit und Freiheit
  • Intellektuellen Anspruch
  • Produktivität
  • Anteil an der Gesellschaftsgestaltung
  • Stolz
  • Ansehen
  • Progress
  • Modernität
  • Vorbild-sein
  • Challenge
  • Erfolg
  • Strategieplanung
  • Verantwortung tragen und leben (vor meinem Sohn)

Und ja: Natürlich habe ich Krisen, schlaffe Phasen, Angst, zu viel Druck oder bin es leid oder müde, ärgere mich über Chefs – wichtig ist, immer bei sich zu bleiben, sich treu zu bleiben und keine Angst davor zu haben, den Job zu wechseln, aber gleichsam auch Konflikte BEWUSST (d.h. von oben drauf schauen: Was passiert hier eigentlich gerade? Was löst das alles in mir aus?) durchzustehen. Das gehört dazu, nehmt es sportlich!

Wenn Du einen Job nur noch wegen des Geldes macht – höre auf damit. Wie Du das schaffst, liest Du hier:

Und eins noch: Sicherheit ist wichtig, aber sie kann Dir nicht die Erfüllung ersetzen – die kommt nur durch Spaß und Freude!! Wenn Du merkst, Du machst einen Job nur noch wegen des Geldes – dann höre damit auf. Dann ist es Prostitution und die macht immer krank! Die Rechnung wird nicht aufgehen.

Nutze in solchen Lagen Deinen Verstand, überlebe, wo Du wärst, wenn Geld keine Rolle spielen würde, wenn Du die freie Wahl hättest … Das leitet Dich zu Deinem Weg – und dann nimm das ernst! Nimm Deine Bedürfnisse ernst und versuche, genau DORTHIN zu gelangen, vielleicht dauert es ein wenig, vielleicht wird es am Ende nicht 100-prozentig funktionieren, aber es wird der RICHTIGE WEG sein.

Was ich manchmal schade finde, sind Eltern, die sich hinter der Kindererziehung als alleinige Aufgabe verstecken und das als Allheilmittel anpreisen – eigentlich auch nicht beruflich einsteigen wollen, das vielleicht ein wenig halbherzig betreiben und dann behaupten, es wäre alles so schwer. Vielleicht ist es das (wer will das allerdings wirklich messen), allerdings wird es SO dann auch nicht besser.

Kindererziehung ist Arbeit – aber der Druck, regelmäßig die Kohle für den Lebensunterhalt reinzufahren ist was GANZ ANDERES – das müssen wir Frauen und Mütter kapieren

Ein Artikel sorgte für Aufregung letztes Jahr, aus beiden Lagern, aber ich fand ihn nicht so verkehrt: „Mütter, kommt wieder raus aus Bullerbü“ war der provokante Titel und sicher fühlten sich viele Mütter auch ertappt (und protestierten) lautstark. Ich weiß es aus eigener Erfahrung – man kann sich das als Mama schon seeeeehr gemütlich machen. Natürlich sind Kinder auch Arbeit, aber der Druck die Kohle reinzubringen, ist etwas ganz anderes … Es ist so. Es lässt sich nicht beschönigen. Wir Frauen und Mütter müssen anfangen, das zu begreifen!

Ich denke, einen gewissen Anteil als Disziplin müssen wir im Leben leisten und aufbringen. Im Gegenteil, wir müssten uns alle viel mehr engagieren, mehr machen, nicht so viel erwarten! Wie Kennedy sagte: FRAGE NICHT, WAS DER STAAT für DICH tut – frage DICH: WAS KANN ICH FÜR DEN STAAT tun?

Doch der Staat und die Wirtschaft muss sicherstellen, dass das Geld auch bei denen ankommt, die Leistung erbringen. Dass sie mehr Motivation, mehr Vertrauen, mehr Lob und mehr Respekt erfahren. Das ist mein Auftrag an die Arbeitgeber – und traut den Menschen mehr zu. Behandelt sie nicht von oben herab, ihr verschenkt damit viel zu viel Potential!

Also, lasst Euch nicht entmutigen und von veralteten Glaubenssätzen oder Rollenmustern beherrschen.

Ihr schafft das Mädels! Für Euch. Für Eure Kids! Glaubt an Euch! WORK IT!

 

 

 

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