Meine Ex-Frau ist ein Albtraum. Sie will nichts klären, ich bin immer der Arsch. Was soll ich tun?

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Hanna Brodersen betreibt die Facebook-Gruppe „Gewaltfreie Kommunikation – Eltern sein“ und beantwortet bei MAMA BERLIN regelmäßig Eure ganz persönlichen Fragen. 

Mehr zu Hanna und Gewaltfreie Kommunikation im Interview, das ich mit Ihr geführt habe. 

Die Ehe war nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich wollte irgendwann die Scheidung von meiner Frau, wir haben zwei Kinder. Die Scheidung hat sich ewig hingezogen, sie wollte gar nichts verstehen. Sie hat gemauert, immer mehr Geld gefordert, war ständig im Pokermodus, unberechenbar und unkontrolliert – es resultierten eine Reihe von Prozessen, ohne die wären wir überhaupt nicht zu irgendwelchen Lösungen gekommen. Im Umgang mit meinen Söhnen hat sie mir nur Steine in den Weg gelegt, alles war falsch. Ich habe heute eine neue Partnerin, allerdings keine Kinder mit ihr. Meine neue Frau ist ein Traum, wir sind ein gutes Team. Aber mit meiner Ex-Frau ist es heute – die Kinder sind fast erwachsen – immer noch ein Albtraum. Sie ist einfach schlimm. Gibt es einen Weg?

Das rät Hanna: Was mich erreicht ist: Du siehst im Moment keine Möglichkeiten, mit deiner Ex-Frau in wertschätzender Verbindung zu sein. Gleichzeitig besteht Dein Wunsch danach immer noch. Worum geht es Dir, wenn Du dich danach sehnst? Welche Bedürfnisse würde dieser Kontakt Dir erfüllen? Geht es um einen guten Rahmen für die Kinder? Geht es um Austausch? Ich frage danach, weil ich immer wieder erlebe, dass sich die Energie verändert, wenn ein Konfliktpartner wirklich mit seinen Bedürfnissen verbunden ist. Der Fokus verschiebt sich von „was Du anders machen solltest“ auf „was ich brauche“ und die Bereitschaft „sich verletzbar zu zeigen“, was die Grundlage von Verbindung ist.
Möglicherweise wirst Du ein weiteres Mal gegen eine Mauer prallen, wenn Du dich zeigst. Dann ist der Schmerz Deiner ehemaligen Partnerin zu groß und die Ressourcen ihrerseits, sich damit auseinanderzusetzen, Verantwortung für sich zu übernehmen und Ärger in Bedürfnisse zu übersetzen, zu gering.
Ich möchte Dich wissen lassen, dass das nichts mit Dir zu tun hat. Menschen begegnen sich und berühren Schmerz ineinander. Und manchmal gibt es keine Möglichkeit, diesen wieder aufzulösen, bzw. die Bereitschaft, einander mit den unterschiedlichen Anliegen zu hören und Lösungen zu finden, die für beide passen. Das ist tragisch und ein Mediator kann eine Unterstützung sein, sofern alle Beteiligten bereit sind, sich einzulassen. Fehlt diese Grundlage, so ist es eine Wohltat, in den eigenen Einflussbereich zurückzukehren. Das ist dort, wo Du dich mitfühlend wahrnehmen kannst und Dir selbst Raum geben kannst für das, was das mit dir macht.
Dort könntest Du, anhand der vier Schritte, Deine Bewertungen und Urteile anschauen:
  • Was hat deine Ex-Frau konkret getan, dass Du schlimm findest?
  • Was denkst Du darüber?
  • Was fühlst Du?
  • Welche Bedürfnisse hast Du und worum könntest du konkret bitten?
Falls deine Ex-Frau keine Offenheit hat, Deine Bitte zu hören, dann überlege dir Strategien, die dazu beitragen, dass Deine Bedürfnisse gesehen und bestenfalls auch berücksichtig werden. Und ich meine damit eine andere Strategien, als den Kontakt zu deiner Ex-Frau wieder herzustellen. Ich wünsche Dir dabei viel Nähe zu Dir selbst!
Wie geht es Dir mit meiner Antwort?

 

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