Mein Mann hat mich geschlagen – aber ich fühle mich schuldig!? Der lange Weg zu Dir

giraffe solo

Hanna Brodersen betreibt die Facebook-Gruppe „Gewaltfreie Kommunikation – Eltern sein“ und beantwortet bei MAMA BERLIN regelmäßig Eure ganz persönlichen Fragen. 

Mehr zu Hanna und Gewaltfreie Kommunikation im Interview, das ich mit Ihr geführt habe. 

 

Mein Mann hat mich geschlagen. Ich bin lange bei ihm geblieben. Habe es endlich geschafft, mich zu lösen, was sehr schwer war für mich. Noch heute kann ich nicht darüber sprechen, was passiert ist. Meine Schuldgefühle sind immer noch stark. Ich verstehe nicht, was los ist. Wenn ich andere Frauen sehe, wie sie sich zur Wehr setzen, dann bleibe ich passiv. Ich bin immer noch verängstigt. Mit dem Thema möchte ich nichts zu tun haben. Meine Kinder sind bei mir. Aber es belastet mich, ich habe immer noch Angst vor meinem Ex. Kann ich meine Angst überwinden? Oder schützt sie mich?
Das sagt Hanna: Deine Schuldgefühle berühren mich tief. Und ich verrate Dir etwas: Ich bin selbst eine solche Frau, die vier Jahre lang Gewalt erfahren hat, ohne sich zu schützen. Ich habe meinen ehemaligen Partner angefleht, mich nicht zu verlassen. Ich möchte Dich einladen, ein bisschen aus deinem „hier und jetzt“ herauszutreten und Dich einladen, uns beide mit offenem Herzen im Damals zu begegnen.
Zunächst, lass mich deine Schuld in eine Sehnsucht übersetzen: Du hättest so gern besser für dich gesorgt, oder? Hättest Du gern Möglichkeiten sehen können, liebevoll für dich einzustehen? Kannst Du einen Unterschied spüren, wenn Du Schuld in diese Sehnsucht übersetzt und in Kontakt kommen, mit der großen Trauer, die sich dahinter verbirgt?
Ich stelle mir vor, zwei Frauen zu sehen, die ihre guten Gründe hatten, warum sie nicht gegangen sind. Angst, unüberprüfte Glaubenssätze und Abwesenheit von Liebe. Was, liebe Themengeberin, brauchen diese beiden Frauen? Was hättest Du am meisten gebraucht, in dieser Zeit? Kannst Du Dir Mitgefühl, Empathie und Unterstützung dabei holen, zu erkennen, welche Bedürfnisse in Dir hungrig waren und sie Dir heute geben?
Wenn Du dir sagst: Ich bin selbst Schuld – was löst das in Dir aus? Wie fühlt sich das an? Kannst Du diese Überzeugung ersetzen? Durch: „Ich habe das Beste getan, was ich tun konnte?“
Was sollte verkehrt an deiner Angst sein? Wie wäre es, wenn Du ihr die Erlaubnis gibst, da sein zu dürfen? Und die Schulgefühle wissen lässt: „Danke, dass ihr mich auf etwas aufmerksam gemacht habt. In mir ist Liebe zu mir selbst angelegt und ich hätte gern besser für mich sorgen können. Ich werde Strategien finden, die es mir und heute möglich machen! Und jetzt dürft ihr gehen!“
Wie geht es Dir mit meiner Antwort?
Du bist selbst in einer ähnlichen Situation und suchst Hilfe? Klicke hier und Du wirst auf die Seite des Hilfetelefons des Bundesamtes für Familie geleitet – dort bekommst Du rund um die Uhr 365 Tage im Jahr und komplett anonym Hilfe! Nutze das! Vielen Frauen geht es wie Dir!
#schweigenbrechen
Das Schweigen brechen

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