Wie bringe ich meinen Mann zum Reden?

Giraffe GFK Hanna Bro
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Hanna Brodersen betreibt die Facebook-Gruppe „Gewaltfreie Kommunikation – Eltern sein“ und beantwortet hier jetzt regelmäßig Eure ganz persönlichen Fragen. Mehr zu Hanna und Gewaltfreie Kommunikation in meinem Interview mit ihr.

Ich möchte gerne öfter mit meinem Mann sprechen. Wir leben mehr oder weniger nebeneinander her. Wir sehen uns morgens und abends nach der Arbeit, tauschen uns aus, schlafen auch in einem Bett … Aber so richtig sprechen wir über die Dinge, die uns beide, unsere Beziehung betreffen, eigentlich kaum. Wie kann ich ihn erreichen ohne die typische: „Wir müssen mal reden“-Nummer?

Hanna Brodersen – Gewaltfreie Kommunikation
Hanna Brodersen liebt Gewaltfreie Kommunikation und hat gute Inspirationen für Dich!

Das rät Hanna: Zunächst könntest du ihn wissen lassen, was in Bezug auf eure Beziehung gerade in dir lebendig ist … Vielleicht probierst Du es mit einem Satz, der ungefähr so beginnt: „Mir ist aufgefallen, dass wir in den letzten Wochen gar nicht mehr über uns und unsere Gefühle gesprochen haben. Ich bin traurig, weil ich gern mehr Verbundenheit mit dir hätte und wissen möchte, was dich bewegt und was in dir vorgeht.“

Du kannst ihn fragen, ob er dir sagen mag, wie er die letzten Wochen empfunden hat. Du kannst ihn dann auffordern, etwas mit dir gemeinsam zu machen: „Wärst du bereit zu überlegen, wie wir wieder mehr bewusste Zeit miteinander gestalten können?“

Wenn es gelingt, in Verbundenheit mit den Gefühlen und Bedürfnissen zu sprechen, anstatt Vorwürfe zu äußern, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass andere Menschen unsere Anliegen hören wollen, sich selbst zeigen und bereit sind, nach Lösungen zu suchen, die etwas für uns beitragen.

 


 

Info: Gewaltfreie Kommunikation ist eine vollkommen andere Art der Kommunikation, als die, die wir meist kennen und praktizieren. Denn sie stellt nicht den Ausdruck des eigenen Willens in den Fokus, sondern zunächst einmal die innere Wahrnehmung: Was sage ich das gerade? Wie mag es wohl beim anderen ankommen? Was machen meine Worte gerade mit mir? Was löst die Reaktion meines Gegenübers bei mir aus?

Der GfK geht es nicht darum, den anderen zu einem bestimmten Handeln zu bringen, sondern eine Vertrauensebene aufzubauen, um ein Miteinander zu kreieren. Es ist ein entschleunigter Prozess des Redens und nicht für alle und auch nicht immer angebracht, birgt im Ganzen aber vor allem in ausweglosen Konflikten durchaus Potential.

Symbolbild der GfK ist die Giraffe: Ihr langer Hals symbolisiert den Überblick. Ihr großes Herz steht für Mitgefühl.

Wer mehr zu dem Thema wissen möchte, kann hier ein Interview mit dem Begründer Marshall B. Rosenberg (1934 bis 2015) lesen.

 

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