Was bedeutet es heute, eine Frau zu sein?

copy: verena schulemann
copy: Verena Schulemann

 

Ich möchte Euch danken. Seit zwei Jahren schreibe ich diesen Blog, der eigentlich aus einer ganz persönlichen Geschichte heraus entstand, mehr ein Hobby war und plötzlich immer mehr Aufmerksamkeit – durch Euch – bekam. Mit dieser neuen Seite kommt jetzt der Relaunch. Eine neue Seite – frisch zum zweiten Geburtstag, frisch zum Frühling.

Ich habe so viele Gespräch mit vielen von Euch geführt, Dinge in Erfahrung gebracht, mit so vielen tollen Frauen zusammengesessen, sie kennengelernt, egal ob alleinerziehend, verheiratet, Single, getrennt, wieder zusammen, mit Kindern, ohne Kinder, mit Hund. Ich habe Euch zugehört, manchmal nur beobachtet, Eure Blogs gelesen und sehe all die Dinge, die Ihr macht, was Ihr Großes leistet, und sehe auch, dass Ihr dennoch oft unzufrieden seid, Angst habt, Euch fragt: Was mache ich hier eigentlich, wofür, warum?

Viele führen von außen betrachtet ein wundervolles Leben, bekommen die Liebe von Kindern und Mann – und haben dennoch in sich drin das Gefühl, einfach bloß zu funktionieren, funktionieren zu müssen. Ihnen fehlt oft der Sinn. Dass man darüber nicht gerne schreibt, sondern es nur heimlich ausspricht, offenbart eine weitere Angst, nämlich, die, die Existenzgrundlage zu verlieren.

Die Welt verändert sich. Viele Menschen möchten mehr Freiheit und mehr Gerechtigkeit leben, sie sehnen sich nach Individualität, Authentizität und einem echten, selbstbestimmtem Leben, in dem sie ihre Potenziale zur Entfaltung bringen können, statt bloß nach vorgegeben Regeln und Normen zu funktionieren.

Wir hinterfragen immer mehr zum einen die kapitalistische aber auch die Jahrzehnte lang von ausschließlich Männer beherrschten Gesellschaften, die Geschlechtern bestimmte Rollen und Aufgabenbereiche zuteilt, die den Frauen das Recht auf Bildung, politische Mitgestaltung, Zugang zu der Wirtschafts- und Finanzwelt und einem beruflichen Ansehen und einer eigenen Meinung erschwert oder ganz verbietet.

Die Männer zu harten, echten Kerlen und Frauen zu weichen, einfühlsamen Wesen stilisieren. Die Muttersein stets in finanzieller Abhängigkeit zum Mann betrachtet und Mutter-Vater-Kind-verheiratet trotz aller Lebensrealität als das einzig wahre Ideal predigt und von Männer ein starkes, dominantes Verhalten abverlangt, in dem der Zweck alle Mittel heiligt? Und die sexuelle Freiheit dem einen Geschlecht mehr zubilligt als dem anderen.

Zum Glück lassen es sich immer weniger Frauen gefallen und treten aus den zementierten Straße auf ihre eigenen Pfade. Doch das erfordert Mut.

Aber vielen Frauen und Männern haben sich auch mit dieser Rollenzuweisung arrangiert. Fundamentalistische Religionsauslegungen üben in den christlichen und muslimischen Ländern großen Druck aus und erklären diese Ordnung mit „göttlichen Vorschriften“, die in Wahrheit allein menschengemacht sind.

Ich habe aber auch beobachtet: Dieses Nachgeben, das Arrangieren mit Zuständen, die uns Sicherheit suggerieren, aber zugleich auch Freiheit nehmen, macht etwas mit uns – und das ist nicht gut.

Heuchelei ist ein eines dieser Dinge. Wir Lächeln, obwohl wir böse Absichten haben. Wir lügen für den eigenen Vorteil. Wir jammern und stöhnen, um uns aus der Verantwortung zu ziehen, sind falsch, arrogant, überheblich und – am schlimmsten – ignorant gegenüber allem, das unsere „schöne, heile Welt“, die scheinbare Sicherheit und Routine in Frage stellen könnte.

Ich, die meisten, kennen dieses Verhalten, wenn sie ehrlich mit sich sind. Und wenn ich darüber nachdenke, dann liegt es an der Tagesform, ob ich mich deswegen schäme/gräme oder mit den Schultern zucke und denke: „Tja, is‘ halt so …“.

Aber wenn ich es mir aussuchen könnte – und tief in mir reift die Entscheidung immer mehr – dann möchte ich all das nicht mehr machen. Dann möchte ich die Regeln, die so reaktionär und unter Licht beschaut, falsch sind, bewusst brechen.

Dann möchte ich meine Leidenschaft dafür verwenden, nach neuen Wegen, nach mehr Freiheit und mehr Gerechtigkeit zu suchen und mich mit den Menschen vernetzen, die das genauso sehen und das alles schon auf großartige Weise mutig leben.

MAMA BERLIN steht daher für ein Lebensgefühl, das für Freiheit und Loyalität, aber auch für Verantwortung, Ehrlichkeit und Fortschritt steht.

Dieser Blog soll Euch ermutigen, Euer Leben selbst in die Hand zu nehmen: Nutzt die Bildung, um Euren Horizont zu erweitern, findet Klarheit über Euch selbst und spürt die Liebe in Euch, damit Ihr Euch so annehmen könnt, wie Ihr seid. Folgt Eurem Herzen und seid mutig und aufrichtig.

Es wird Euch stark machen, wenn Ihr lernt, Eure Einzigartigkeit zu erkennen und sie genau da zu nutzen, wo sie gebraucht wird. Euch weder im Großen noch im Kleinen zu verbiegen oder unaufrichtig zu sein.

Ich freue mich, dass ihr mit an Bord seid.

Eure,

MAMA BERLIN

 

 

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