Warum Frauen selbst für ihr Leben verantwortlich sein sollten. Niemand sonst. Erst recht kein Mann.

Immer wieder melden sich bei mir Frauen, die sich gerne verwirklichen möchten, arbeiten möchten, sich selbständig machen wollen. Sie fragen an, weil sie wissen, das ist jemanden für eine Zusammenarbeit suche.

Es sind tolle Frauen, gestanden Frauen. Sie waren voll berufstätig und sind heute Mütter, Ehefrauen, meist sehr gut ausgebildet, mit vielen Ideen …
Doch immer wenn ich frage: Was willst Du machen? Wie willst Du dich einbringen? Was willst Du von mir – beruflich?

Dann schauen mich leere Augen an. Es entsteht eine lange Pause. Sie denken nach. Und ich merke schnell: Sie wissen es nicht.

Ich stelle das auch bei jungen Frauen immer wieder fest. Die funktionieren toll. Sie machen ihre Schule zu Ende, sie machen Ausbildung und Studium. Sie haben einen Job, sie arbeiten und wenn die 30 kommt, dann schauen sie sich langsam um, suchen sich einen Mann, wollen heiraten, wollen Kinder und das tun sie dann auch.

Doch wenn dann das erste Baby und oft auch das zweite Baby da ist, dann werden viele nachdenklich. Jetzt haben sie alles, was sie wollten. Ein Haus, einen Mann, einen Beruf, Babys. Das ist wirklich viel. Und doch merken sie: Es fehlt etwas. 

Ich versuch’s mal kurz zu machen. Ich denke: Sie selbst.

Uns bringt kaum einer bei, wie wir selbständig und unabhängig denkende, fühlende, agierende Menschen werden. Uns bringt man in erster Linie bei, zu funktionieren. Hürden zu nehmen, sich zu optimieren, immer besser zu werden, leistungsstark, erfolgsorientiert, sich Ziele zu setzen und diese zu erreichen. Doch viel zu selten wird erklärt, warum denn überhaupt? Wofür?

Die Russen sagen: Ein reicher Mann sei ein armer Mann mit Geld. Und dasselbe gilt natürlich auch für uns Frauen. Wenn wir uns abhängig machen, von äußerlichen Zielen und so fokussiert darauf sind, Dinge zu erreichen, die oft noch nicht mal aus uns herausgewachsen sind, sondern vorgegeben, von den Eltern, von den Bekannten, der Schule oder auch anderen Einflüssen, derer man sich nur entziehen kann, ab dem Moment, in dem man sie reflektiert, dann kann es sein, dass wir den Bezug zu uns selbst verlieren.

Selbständig zu sein, bedeutet daher für mich nicht allein, sein eigenes Geld zu verdienen, eigentlich hat es damit überhaupt nichts zu tun. Es bedeutet: für sich selbst einzustehen.

Wenn eine Mutter von drei Kindern nicht berufstätig ist, sondern es so geregelt hat, dass ihr ganz klar und vollkommen sicher, die Hälfte der Einnahmen ihres weiterhin berufstätigen Mannes zusteht – und das ohne Wenn und Aber – dann ist sie genauso selbständig, wie eine Frau, die sich den Haushalt und die Erziehung mit ihrem Mann teilt und finanziell unabhängig von dem Einkommen ihres Partners ist.

Das Leitbild in einer pluralistischen Gesellschaft, die wir brauchen, wenn wir bestehen wollen, kann niemals eine Norm oder die Form sein, sondern muss immer auf Geist und Authentizität der Menschen beruhen. 

Wichtig ist zu wissen – und das gilt für Frauen und für Männer: Was möchtest DU? Unabhängig von allem, was DIR andere sagen. Schalte die Warnungen und Bedenken aus, das Reingerede von anderen, die Vorbehalte. Und sortiere selbst nach dem, was DICH tatsächlich voranbringt. Lerne DICH authentisch zu sehen und einzuschätzen.

Das ist wichtig. Wer dahin kommt, kann Kinder haben oder keine, verheiratet oder x-mal geschieden. Doch eines solltest Du immer wissen, jederzeit, denn die Ansprüche verändern sich: Ich will …!!!

Und es geht niemals im Leben um die finanzielle Absicherung, um Sicherheit sondern um Verantwortungsbewusstsein für das Geschenk des Lebens, darum es mit eben dem, mit LEBEN zu füllen. 

 

 

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