Der Proporz, die Bürokratie, die Amtshoheit und das Geld

Die Jugendämter europaweit sind angehalten, einen Proporz zwischen den Geschlechtern zu beachten. Was sich in der Theorie und von Weitem richtig anhört, ufert in der Praxis oft ins Groteske aus.

Statt sich des gesunden Menschenverstandes zu bedienen und von dem auszugehen, was ist oder nicht ist, nicht was nach Meinung einiger zu SEIN HAT, wird in der Praxis auf unterstem Niveau das verordnete Politik-Ideal durchgeboxt. Nicht selten stümperhaft. Oder schlimmeres …

Das hat zur Folge, dass sich im schlechtesten Fall überforderte und unausgebildete Sachbearbeiter an Ämtern, desinteressierte und Dienst nach Vorschrift schiebende Richter an Familiengerichten und andere Beteiligten wie Gutachter oder Beistände oder auch erfolgs- und umsatzorientierte Anwälte, die mit Stundensätzen von 250 Euro aufwärts extrem gut an den Streitigkeiten um die Kinder verdienen (bei Sorge- und Unterhaltsfragen besteht Anwaltspflicht für die Eltern) an den entsprechenden Stellen zu Bevormundern mündiger Eltern erheben. Das Gesetz gibt ihnen dazu das Recht.

Ist ein falsches Urteil gefallen, haben es Eltern und Kindern nach der jetzigen rechtlichen Situation sehr, sehr schwer, solche Fehler rückgängig zu machen.

Die Menschen, die ihre Kinder lieben, wird eines der wichtigsten Rechte abgesprochen: die Privatsphäre und die Autorität, sich um ihre Kinder zu kümmern. Wie kann das sein?

Das Süddeutschen Magazin hatte sich diesem Umstand als einer der wenigen Medien derzeit in Deutschland angenommen und geschildert, was in diesen Fällen passiert.

Süddeutsche Magazin vom 11. Dezember 2015

Von großer Tragik aber auch politischem Ausmaß sind Fälle, in denen Gewalt an Kindern und Frau oder Missbrauch von Ämtern zum Wohle dieses „Proporz“ ignoriert wird. Mit fatalen Folgen bis zum Mord an den eigenen Kindern und der Ex-Frau.

Rund 150 Frauen werden jährlich in Deutschland von Ex- oder bestehenden Partnern getötet. In den meisten Fällen gibt es eine lange Vorgeschichte, zahlreiche Drohungen, Dutzende Taten im Vorfeld, Hilfegesuche und offensichtlicher Gewalt.

Wenn die Ämtern diese Gewalttaten nicht rigoros verurteilen und dazu gehört auch, sie zu erkennen und Hinweise ernst zu nehmen, statt sie abzutun, finden diese Frauen und ihre Kinder keinen Schutz, sondern sind der Gewalt ausgeliefert.

Ich finde: Die passive Duldung von Gewalttaten – egal ob aus Desinteresse oder aus Unfähigkeit Hilfe anzubieten, wenn sie angefragt wird – ist passive Mithilfe zur Gewalt.

Immer wieder machen solche Fälle auf der ganzen Welt Schlagzeilen – im besten Fall. 

Würden wir Familie nicht nur im Einhergehen mit Ehe definieren und unter Schutz stellen – sondern auf alle tatsächlichen und existierenden Familienmodelle ausdehnen, wäre die Grundlage geschaffen, dieser Diskrimierung und Bevormundung entgegenzuwirken.

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