Können wir was dafür, in wen wir uns verlieben?

Das hören Frauen, deren Beziehung gescheitert ist, öfter. Vor allem, wenn Kinder involviert sind: „Warum hast Du dich auch auf den eingelassen?“

Tja, hinterher, weiß man immer mehr (Apropos: Und das gilt auch für Dich …)

Es ist schwer, sich die Verantwortung für etwas zu geben, was man zu dem damaligen Zeitpunkt noch gar nicht verstanden, noch gar nicht durchschaut hatte. 

Ist Naivität verwerflich? Und: Ist es nicht auch das, was viele Männer wollen? Ist es nicht das, zudem viele Frauen und Mädchen erzogen werden? Keine Fragen stellen?

Ich habe eine Bekannte, sie bekam ein Kind mit ihrer Jugendliebe. Er fing irgendwann an fremd zu gehen. Sie trennte sich, das Kind blieb bei ihr. Es folgte eine ziemliche Schlammschlacht.

Sie lernte einen neuen Mann kennen. Sie wurde wieder schwanger. Sie trennte sich wieder. Das zweite Kind lebt heute beim Vater. 

Sie lernte einen dritten Mann kennen, sie zog mit ihm zusammen. Auch er hat ein Kind aus einer vorherigen Beziehung und ist als Halodri bekannt, so wie (mindestens) der erste. Ich habe das alles mit Abstand beobachtet, denn unsere Kinder sind befreundet. In meinen Augen war das alles verantwortungslos was sie tat. Denn ich durchschaute die Männer viel besser als sie.

Ich versuchte ihr Ratschläge zu geben, die ignorierte sie. Doch leider behielt ich Recht. Ich ertappte mich, wie ich den Kopf schüttelte über so viel Dummheit. Dass sie nicht sah, was ich sah.

Doch stand mir das zu? Durfte ich urteilen? Sie war einfach nur verliebt. Vielleicht auch nur in einen Schein. Vielleicht auf der Suche nach sich. Vielleicht auch aus Mangel an Engagement. Ja, und?!  

Am Ende liegt es daran, wie wir selbst aufgeklärt wurden. Von unserer Mutter oder unserer Großmutter, aber im besten Fall von einer Frau. Und wie WIR heute unsere Kinder aufklären. Damit können wir gar nicht früh genug anfangen. 

Bildung ist wie Liebe – davon kann es nie ZUVIEL geben.

Gebt alles, was ihr wisst, weiter und denkt ja nicht, Eure Kinder wären zu klein. Das sind sie nicht. Sie sind Euch jetzt schon weit voraus und viel mehr Zukunft als ihr. Daher bremst sie nicht aus, sondern gebt ihnen alles, was ihr habt. Davon profitiert Ihr auch selbst am meisten!

Und dann gibt es sie natürlich, diese Situationen, vor denen uns niemand schützen kann. Die nennen wir in der Regel nicht nur Glück und Unglück sondern einfach: Leben …

Hauptsache, wir lernen auch mal daraus. Aber auch wenn nicht, was soll’s?

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