Ich bin ein Vater, lassen Sie mich durch …

Großfamilie Bush
Familie Bush

Papa George Bush, also der 41. Präsident der Vereinigten Staaten hat ein Buch über die Amtszeit seines Sohnes George Bush, also den 43. Präsidenten der Vereinigten Staaten geschrieben.

Papa schreibt über Sohn, und um es kurz zu machen, weil es ja eh alle wissen: Er ist nicht zufrieden.

Aber, auch das ahnen wir, Sohnemann ist nicht Schuld, sondern seine beiden teuflischen Berater „Eisen-Arsch“ (Tonfall Bush) Dick Cheney und der „arrogante“ (dito) Donald Rumsfeld

Ungeachtet der Tatsache, dass einer der beiden Buhmänner auch bereits unter der eigenen Amtszeit immerhin als Verteidigungsminister (Cheney) diente, findet Bush sen., diese beiden Männer hätten das Ansehen Amerikas beschädigt. Das ist ihm jetzt aufgefallen, das muss er jetzt mal der Welt mitteilen …

Tja, wie kann das sein? Ein Mann wie Bush, CIA-Chef, „Mächtigster Mann der Erde“ kommt am Ende seines inzwischen von schwerer Parkinson gezeichneten Lebensabend zu einer Erkenntnis, die er auch schon – ohne die Mühen eines Buches – mindestens 15 Jahre vorher hätte haben können. Guck der Mann kein Fernsehen? Liest der keine Zeitung?

Kleiner Einwand: Die Politik seines Sohnes und auch seine eigene in der Vorbereitung, der Einmarsch im Irak, die Folgekriege in Afghanistan, die jetzige Nahost-Krise, der 11. September – hat Zehntausenden, ach was, Hunderttausenden Menschen das Leben gekostet eine enorme Zerstörung angerichtet und zu Chaos und einer enormer Instabilität im Nahen Osten geführt.

Paps rettet das Familienansehen: Es sind ein paar Hunderttausende gestorben? Tja … 

Und was sagt Papa-Bush dazu: „Tja, Sorry, Welt, echt dumm gelaufen, mein Sohn hatte leider die falschen Berater … Sorry, wo gehobelt wird, da fallen halt auch Späne.“ Oder: Nach mir die Sintflut. Oder auch: In unserer Familie denken wir halt von der Wand bis zur Tapete … 

Was für eine Scheiß-Hybris, was für eine arrogante Eisen-Arsch-Einstellung (Danke für die Formulierung), was für eine verdummte, verdünkelte patriarchische Überheblichkeit, die nicht den kleinsten Furz-Ansatz zur Selbstreflektion erkennen lässt!

Hier geht es nur um eins: Paps nimmt Söhnchen in Schutz und rettet das Ansehen der Familie – und damit sein eigenes. Bzw. das ist in seiner unverbesserlichen Selbstüberschätzung die Motivation …

Dass der Nachwuchs schon längst dem Schulalter entwachsen ist? Nebensache für so ein echtes Familienoberhaupt. Dass der Sohn, der seinen Vater noch immer „Dad“ nennt, aber ja immerhin auch ein amerikanischer Präsident war, vorher nicht informiert wurde, unwesentlich. Respekt ist was für Anfänger!

Die Massage des Greises: Die Familie hält zusammen. So! Kritik trifft immer nur die anderen. Blut ist dicker als Wasser. Ätsch! Und er weiß: Es gibt genug Dumme, die mir das abkaufen. 

Was das alles hier mit meinem Blog zu tun hat? Es ist ein gutes Beispiel für den HUMBUG die FAMILIE als solches – MAMA, PAPA, KINDERLEIN als DAS IDEAL und DIE GRUNDLAGE der Gesellschaft anzusehen.

Denn Vati, Mutti und Kind aus Posemuckel machen ganz genauso. Auch wenn schon lange die Luft raus ist, auch wenn die Liebe lange flöten, wenn die Kacke ordentlich am Dampfen – nie nach innen schauen, nie nach den Ursachen forschen – sondern schön nach außen signalisieren: Wir halten als Familie zusammen! Hallo, Nachbarn, guckt her: WIR SIND EINE FAMILIE, klar?!!!! Und gen Nachwuchs ist die Botschaft: Und wehe, jemand tanzt da aus der Reihe!

In einem kritikbefreiten Familienvakuum gibt es keine Freiheit – und keine Intelligenz

Einziger Nachteil: Freiheit ist anders. Und Intelligenz auch. Wie soll die sich auch kanalisieren in dem kritikbefreiten Familienvakuum?

Großfamilie Bush
Familie Bush

Damit gespurt wird, muss man meistens nur ein wenig Angst machen: Vor Einsamkeit, vor dem Alleinsein – das wurde und wird als etwas Negatives dargestellt. Liebesentzug – das zieht immer bei Kindern … 

Das Schüren von Angst kommt ganz subtil … Jungs, denen man sagt: „Du musst eine Familie ernähren können. Deine Frau musst an deiner Seite stehen. Such dir eine gute Mutter, eine die gut kocht, den Haushalt führt, dir den Rücken frei hält.“

Mädchen, denen gesagt wird: „Such dir einen Mann, der dich versorgt, er macht deinen gesellschaftlichen Stellenwert aus, je reicher, desto besser …“ Und (damit die unbezahlte Haushaltsnummer als was Cooles rüberkam): „Hinter jedem erfolgreichen Mann steht immer eine starke Frau!“

Ja, klar. Und auch oft noch ein paar Assistentinnen, Mitarbeiter für die Drecksarbeit, ein paar Nutten, Kokain-Dealer … 

Wenn uns gesagt wird, der Wert unseres Lebens bestimmt der Grad des Erfolgs und des Machteinflusses – nicht innere Werte, Authentizität und schlichtweg das Ergebnis am langen, langen Ende unseres Tuns – dann kommt so ein verquirlte Scheiße wie bei Bush raus.

Dann wird der Verstand unter verbissenen Machteifer begraben, verdörrt im angsterfüllten Streben, es den anderen da draußen zu zeigen, wer die Hosen anhat! Wer die meisten Kindern zur Welt gebracht hat und Männe weiter bei Stange hält.

Nicht das Innen, nur das Außen zählt in dieser Weltordnung der paranoid veranlangten Mächtigen. 

Diese Bushs, diese große Familie. Diese Mütter mit den vielen Kindern – immer frisch geföhnt und diese erfolgreichen Männern in ihren Anzügen.

Es gab tatsächlich Zeiten, da war sowas ein Vorbild. Ich kann mich noch ziemlich gut daran erinnern – zu gut …

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