Back to the Future? Die Sache mit dem Ex …

copy: Screenshot by MAMA BERLIN

Zurück zum Ex? 

Letzte Woche habe ich auf meiner Facebook-Seite mal die Frage gestellt, die sich jede alleinerziehende Mama schon mal irgendwann gestellt hat. Egal wie furchtbar die Beziehung gewesen ist.

Manchmal kommt es nachts, wenn man nicht schlafen kann, wenn es einem besonders schlecht oder besonders gut geht. Manchmal sieht man einen Film und denkt dann: „Ach, Mensch …“ Vielleicht passiert’s auch an Weihnachten, wenn man allein feiert oder wenn der Sohnemann aus der Schule kommt und unverhofft fragt: „Was macht eigentlich Papa (gerade)?!“ Oder am Strand, wenn die heilen (?) Familie an einem vorbei flanieren, während man selbst allein mit Kind oder ganz solo im Sand hängt. Da kann es dann plötzlich passieren, dass man sich fragt: „Hab‘ ich wirklich alles richtig gemacht?“

Tja. Hätte, hätte Fahrradkette. Ich gebe zu, die Frage mit dem Ex ist irgendwie gemein. Weil sie die Gefahr birgt, an sich selbst zu zweifeln.

Und weil es sie gibt, diese Paare, die sich trennen und dann wieder zusammen kommen, heiraten, Kinder kriegen und happy sind (z.B. Prinz William und seine Kate) und man dann denkt: Mensch, wenn die das können, muss ich das dann auch können? So als wäre es möglich, über sich, seine Schwächen, seine Ängste hinauszuwachsen. Und dann natürlich alles auch noch mal für den anderen gleich mit. 

Natürlich geht das nicht für den anderen. Um über sich selbst hinauszuwachsen, bedarf es schon ein hohes Maß an Intelligenz, an Selbstreflexion, Gerechtigkeitssinn – aber vor allem Mut und Stärke, nämlich nicht nur eigene Fehler zu erkennen und sie sich einzugestehen, sondern auch einen Weg in eine neue Richtung einzuschlagen, eine emotionale Flexibilität, um mit alten Mustern zu brechen, den Schritt ins Neue zu wagen. Es bedarf kreative Gestaltungskraft, Disziplin, Fokussierung und die Gabe, sich ein Umfeld zu suchen oder zu schaffen, das einen dabei unterstützt.

Kurz und gut: Es ist eine gigantische Aufgabe. Aber eine wunderbare. Fast alle Kommentatorinnen haben auf meine Willst-Du-Deinen-Ex-wiederhaben?-Frage geantwortet: Nein! Niemals! Und das ist auch gut so, denn den Weg zurückzugehen wäre so, als würde man schon auf dem Pfad der Erkenntnis wandeln, um dann umzudrehen, um wieder ganz von vorn anzufangen. Was würde das für einen Sinn ergeben? Oder wie Monika Graf es mit Humor postete: Wenn dein Ex dir sagt: „So einen wie mich findest du nie wieder.“ Dann sag: „Genau das ist der Plan.“

Nach einer Trennung folgen verschiedene Gefühls-Phasen, die alle wichtig sind, alle durchlebt werden müssen. Kurz zusammengefasst kann man sagen: 1. Wut, 2. Trauer, 3. Erkenntnis, 4. Humor (s. Woody Allen: „Humor ist Tragödie + Zeit“). Es ist ein harter, wirklich steiniger Weg, aber wer ihn bis zum Ende schafft, dem winkt eine große Belohnung. 

Die Buddhisten glauben an die Wiedergeburt und die Reifung der Seelen in den verschiedenen Leben. Wenn ein Mensch sehr weise und vorausschauend, sehr verständnisvoll und erkenntnisreich agiert, dann sagen sie, er sei eine „alte Seele“. Bei „jungen Seelen“ helfe dagegen nur Geduld und möglichst viel Lob und die Bestärkung darin, dass er möglichst viel lernen solle.

Genau darum geht es auch im Leben, wenn wir viel lernen, wenn wir über uns hinauswachsen, wenn wir uns treu bleiben und authentische Entscheidungen treffen, dann werden wir am Ende auch wachsen können. Es ist nie wichtig, ob wir allein sind oder mit jemanden zusammen. Für die Seele ist nur wichtig, ob es echt ist. 

Das gute an einer schlechten Beziehung ist, dass sie uns näher an das bringt, was wir wirklich wollen. So lange wir den Mut haben, uns das einzugestehen, steckt in jedem grauenvollen Ende immer ein zauberhafter Anfang …

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