Häusliche Gewalt: Wer schützt unsere Kinder …? Wir selbst!

Mann schlägt Kind
copy: Pixabay

Manche Väter regen sich auf, wüten und ziehen vor Gericht, weil Mütter ihnen den Umgang mit ihren Kindern nicht gestatten wollen. Das klingt auch erst einmal ungerecht, aber leider viel zu oft, ist es das nicht.

Sondern es liegt ein Fall wie dieser vor. Rona von Phoenix-Frauen hat ihn geschildert. Und ich sage es auch noch mal hier: Es ist keine Frage des Geschlechts … Doch statistisch gesehen sind Männer tatsächlich deutlich gewalttätiger und wenn sie es sind, sind die Folgen meistens auch gravierender – bis zum Tod der Opfer.

Bei der zzt. sehr auf Geschlechter-Proporz ausgelegten Bestrebungen (die ja grundsätzlich nicht verkehrt sind) bei Jugendämtern und Gerichten geht der Gewaltaspekt oft unter – oder wird nicht erkannt.

Was ist wichtiger für eine Gesellschaft: Den Schutz der Kinder oder die Gleichberechtigung von Müttern und Vätern? Im Moment wird zweites politisch in den Vordergrund gestellt. Ich halte das für nicht ungefährlich…

Was ist eine gute Mutter? Was ist ein guter Vater? Wir können nur Untergrenzen setzen. Körperliche und psyichische Gewalt – dauerhaft gehören für mich definitiv dazu. Dazu müssen wir, muss die Politik ganz klar und deutlich sagen, was NICHT geht und das auch verfolgen. Wir müssen endlich die Rechte der Kinder auch im privaten Raum schützen können. 

„Die Hand ist mir ausgerutscht, es tut mir ja auch leid, ich war gestresst, ich habe ihn angeschrien, aber ich hatte einen schlechten Tag, ein wenig Strenge schadet Kindern nicht, es geht nicht ohne Schreien, ich wollte meine Kinder nicht anschreien, nie grob anfassen, aber heute weiß ich, es passiert manchmal …“

Die Sätze kommen bekannt vor. Wir müssen uns nichts vormachen. Meine gute Freundin und dreifache Mutter von wirklich tollen, gesunden, liebevollen Kindern hat es neulich auf den Punkt gebracht: „Es vergeht kein Tag an dem ich keinen wirklich schlimmen Erziehungsfehler mache.“ Und: „Ich kann schon mal laut werden …“

Doch die Frage bleibt: Ab wann ist ein Fehler eine schlimme Tat?

Wir sind Menschen, keine Helden. Wir machen Fehler. Aber moralischen Anspruch und Verantwortung kann man einfordern. Muss man sogar.

Und: Diskutiert mehr, Leute! Brecht das Tabu auf. Und reflektiert Euch, checkt Euch, arbeitetet an Euch, jeden Tag, um ein noch besserer Elternteil zu werden. Hier gibt’s Aufklärung: 

http://www.aerzteleitfaden.bayern.de/diagnose/seelische-gewalt.php

http://www.gesundheitsseiten24.de/menschliche-psyche/psychische-probleme-und-kinder/gewalt-gegen-kinder.html

http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2013-06/gewaltstudie-interview-ziegler

http://www.t-online.de/eltern/erziehung/id_18483422/verbale-gewalt-schmerzhafte-worte-verletzen-kinderseelen.html

Ich möchte daher mahnen. Wir brauchen mehr Gespräche, Diskurse und Diskussion über das Thema, das viele aus Angst unter den Tisch kehren. Aber das macht es einfach nur noch schlimmer.

Denn nur wenn wir verstanden haben, wie Gewalt funktioniert, welche Folgen sie hat, wie sie agiert, können wir auch gegen angehen, können wir sie verstehen, können wir Wege finden, den oft tiefer, sehr tief gelegenen Frust, die Überforderung, die falschen Ansprüche, die alten Lasten anzugehen, die die Gewalt erst verursachen.

Wir brauchen mehr Augenmerk, mehr Mut, mehr Verstand. Mit einem Wort: Wir brauchen mehr GESUNDEN Menschenverstand und die richtigen Menschen an den richtigen Stellen.

Das könnt Ihr tun, um Euer Kind zu schützen 

 Ein Thema, dass Alleinerziehende nicht selten umtreibt, die den anderen Elternteil in Verdacht haben, gewalttätig gegen das gemeinsame Kind zu sein, ist die Angst, machtlos zu sein. Aber das seid ihr nicht. Ich habe netterweise eine schrittweise Aufstellung bekommen, was Ihr tun könnt.

1. Wenn ihr feststellt dass eure Kinder misshandelt worden sind, dann geht auf jeden Fall sofort zum Arzt, egal ob ihr noch in einer Beziehung seid oder nicht. Wenn ihr nicht zum Arzt geht und keine medizinischen Fotos habt, dann gilt das Geschehnis später als nicht passiert, solange ihr es nicht beweisen könnt.

2. Besteht darauf, dass ein Arzt die Schilderung des Kindes zu Protokoll nimmt und Fotos von den Verletzungen macht.

3. Wenn die Kinder den Umgang verweigern, weil sie Angst haben vor ihrem Peiniger, dann geht mit ihnen in die Ambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Dort sollen sie einem Arzt schildern, warum sie Angst haben.

4. Lasst euch darüber ein Attest darüber geben und legt es dem Jugendamt und dem Gericht vor, sonst heißt es später, dass die Kindesmutter den Umgang vereitelt hätte oder das Kind negativ beeinflussen würde.

5. Nehmt die Faxnummer des Familiengerichtes mit und bittet die Ärztin ihr Protokoll gleich dorthin zu faxen.

6. Sorgt für eine gute kinderpsychologische Betreuung eures Kindes, oft ist auch eine Therapie für euch wichtig und sucht euch Hilfe und Schutz, bei Freunden, Beratungsstellen, der Familie, den Nachbarn – egal, Hauptsache, ihr steht nicht allein dar.

7. Bietet anderen eure Hilfe an.

 

 

 

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