Mein Schreiben an das Familienministerium, Teil I

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Mehrere hundert Mütter und Väter haben sich bislang (Stand Mai 2015) auf der moderierten Seite des Familienministeriums mit dem rührenden Slogan „Alleinerziehende retten jeden Tag die Welt“ mit Kommentaren beteiligt. Ich finde, ein Zeichen für Anerkennung zu bekommen, tut gut. Ich habe mich nun auch beteiligt. Mein Beitrag:

Liebes Familienministerium, vielen Dank für Ihre Bemühungen sich dem Wechsel der Familienwelt und der Modelle anzunehmen. Es ist ein weiter Weg zur Anerkennung aller Familienmodelle, aber ich denke, nur dieser könnte für Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Sicherheit für die Kinder sorgen.

Ich blogge seit etwa einem Jahr über das Thema auf www.mamaberlin.org und betreibe unter dem selben Namen eine FB-Seite (https://www.facebook.com/mamaberlin), schreibe auch für Magazine zu dem Thema, gebe Interviews und berate und verknüpfe meistens Mütter miteinander. Ich mache allerdings keine Werbung, dennoch spricht sich das Angebot irgendwie langsam aber stetig herum.

Ich denke, es gibt hier viel zu tun. Die Frage nach Gleichberechtigung ist leicht zu beantworten, wenn Frau und Mann keine Kinder haben. Aber wenn Familie entsteht, kommen unzählige Faktoren hinzu, die eine Planbarkeit fast unmöglich machen. Was kann der Staat tun? Welchen Diskurs sollte die Gesellschaft führen, um zu einem guten, gemeinsamen Ziel zu gelangen? Welche Lücken gibt es noch?

Ich sehe viele Männer, die tolle Väter sind und sein wollen. Ich sehe Frauen, die voll in der Mutterrolle aufgehen. Und ich kenne bei beiden Geschlechtern das totale Gegenteil. Nicht immer heißt, Elternwerden auch Elternsein. Noch komplizierter wird es, wenn die Trennung erfolgt und auch hier die Ideen weit auseinander liegen. Oft nimmt der Staat dann Einfluss, die Gerichte entscheiden über die Aufgabenverteilung der Kinder in meist schnellen, völlig unpersönlichen Verfahren. Kann das wirklich eine Lösung sein? Meines Erachtens facht es hier den Geschlechterkrieg auf die eigentlich schlimmste Art an, denn die Leidtragenden sind die Kinder.

Hier fehlt es meiner Meinung nach noch an Konzepten. Wir denken viel über die Form nach, meines Erachtens geraten dabei zzt. leider aber die Werte zu sehr in den Hintergrund. Wir sollten darüber nachdenken, wie das Vertrauen, der Respekt und das Kooperieren von Müttern und Vätern nach außen und untereinander wieder höheren Stellenwert bekommt.

Für einen Austausch stehe ich gerne zur Verfügung, falls Interesse besteht.

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