Denken hilft!

Weil sich die Süddeutsche Zeitung nach #regrettingmotherhood (bemerke: kein Wort über #regrettingfatherhood) unter der Zeile „Wir (!) brauchen Mütter, die ihre Grenzen kennen“ der Väterrechts-Bewegung „Wir drücken jetzt das Wechselmodell totalitär durch, damit wir keinen Unterhalt mehr zahlen müssen“ und „Bloß keine Unterstützung für Alleinerziehende“ angenommen hat, konnte ich mir nicht verkneifen, etwas zu kommentieren.

Ich möchte dem SZ-Kollegen, der sich dem Thema widmet, raten sich auch die Statistiken anzusehen und nicht nur auf den kleinen, eigenen (?) Radius zu blicken. Vielleicht auch nicht nur so aus dem Bauch, sondern auch ein wenig aus dem Kopf schreiben: Denn 90 Prozent der derzeit ca. 2,1 Millionen Alleinerziehenden in Deutschland (genaue Zahlen gibt es nicht) sind Mütter (Warum das so ist, liegt an vielerlei, natürlich, auch ein Tipp an den Autor, gibt es dafür nicht nur EINEN Grund…), zwei Drittel der dazu gehörenden Väter zahlen KEINEN Unterhalt (an die Ex schon gar nicht, aber auch nicht für ihre Kinder). Für die Mütter wäre also mehr Hilfe von Seiten der Väter durchaus wünschenswert (finanziell, aber auch aktiv) – diese wird aber nicht geleistet (auch hier: MEHRERE und UNTERSCHIEDLICHE Gründe).

Ein Wechselmodell per se würde schon daran scheitern, dass man dann ja den Gleichheitsanspruch haben müsste – also von BEIDEN Seiten einfordern könnte. D.h. für alle Väter, die sich nicht voller Inbrunst in die Erziehungsaufgabe stürzen, oder lieber der Karriere nachgehen, würde gelten: IHR MÜSST EUCH ABER 50 Prozent kümmern, sobald ihr Vater werdet und die Mutter es so möchte – wegen der Gleichberechtigung und dem Kindeswohl und so, ansonsten: Strafe! Und jetzt versuchen Sie, das im Bundestag durchzusetzen … Ideen sind ja ganz hübsch, aber sie sollten doch auch gerecht und umsetzbar sein.

Lieber, werter Kollege, erlauben Sie einen Rat, bevor Sie das nächste Mal den Stift zum Thema ansetzen: Denken hilft!

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