Ferien vom Ich

Megeve

Wir sind gerade im Ski-Urlaub im wunderbar verschneiten französischen Praz-sur-Arly und wir lachen hier so viel. Ich habe mich gefragt, wieso die Zeit hier so viel leichter ist als in Berlin (klar, wir haben eben Urlaub…) und ob es nicht möglich ist, ein wenig von dem Urlausfeeling mit nach Hause zu nehmen.

Folgende Umstände sind gut:

Neues sehen, Neues lernen: Wir sind Ski fahren in Frankreich. Hier sprechen alle Französisch. Hier essen alle französisch und leben alle französisch. Mein Sohn sieht und staunt und versteht zwar nicht viel, aber er schnappt ein paar Worte auf, er spricht sie nach und er war dort, wo er noch nie vorher war. Außerdem nimmt er seine ersten Ski-Stunden. Er fährt alleine im Kurs. Er lernt eine neue Fähigkeit, er erweitert sein Wissen, er macht neue Erfahrungen. Das kann ihm keiner nehmen.

Erfolgserlebnisse: Natürlich gibt es ein großes Lob, wenn der Schneepflug klappt. Ich lobe meinen Sohn über den großen Klee, wenn er sich traut, wenn er einfach macht, wenn er durchhält und nicht aufgibt, auch wenn es nicht gleich klappt. Und nachdem er den ersten Tag allein im französischen Ski-Kurs war, durfte er sich eine Belohnung aussuchen (Lego steht grad hoch im Kurs). Er ist stolz, ich bin stolz und wir sehen beide, wie man über sich hinauswachsen kann. Eine tolle Sache.

Frische Luft und Bewegung und Ruhe: Wir sind mitten in den Bergen, auf über 1000 Metern. Der Schnee liegt hoch, wir fahren jeden Tag über drei Stunden. Am nachmittag schwimmen wir oder gehen spazieren. Zwischendurch essen wir gute, französische Küche und ruhen uns aus und schlafen viel. Ganz einfach, ganz gut.

Machen, worauf man Lust hat: Fernsehen, Süßigkeiten, Quatsch machen. Alles, was Spaß macht, ist erlaubt. Es gibt kleine Regeln wie Zähneputzen und Schlafenszeiten – aber ansonsten darf Fernsehen geschaut werden, so lange wie man mag und Süßes gibt es auch – es sind schließlich Ferien! Mit der vielen Bewegung als Ausgleich sorgt das für ungemein gute Laune.

Viel Zeit zusammen: Von morgens bis abends nur wir beide. Alles fließt und kommt, wann es kommt. Da gehen dem kleinen Kerl plötzlich so viele Gedanken durch den Kopf und er kann sie auch sofort erzählen, ich bin da und kann zuhören, ihn beobachten – 24 Stunden, 7 Tage am Stück. Was für ein Geschenk.

Als Alleinerziehende ist nicht immer viel Urlaubsbudget drin, aber ich finde, man kann auch all das Zuhause beherzigen. Es geht nicht jeden Tag, aber von Zeit zu Zeit sollte es drin sein. Für unsere Kinder – und für uns!

In diesem Sinne, macht Ferien vom Ich, so oft es geht … 

https://www.youtube.com/watch?v=wzFF70oPjnA

1
More from Mamaberlin

#Adventskalender: Ab heute ist jeden Tag für EUCH was in MAMAs Türchen …

Es geht los! Heute, zum 1. Dezember, startet mein kleiner #Adventskalender mit...
Read More

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.