„Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt’s nicht.“

Neulich in der Frauen/Männer-Runde. Ich rede so ein wenig über meinen Blog, über das Allein-erziehend-sein, dass es mich vor allem nervt, immer wieder in diese Opfer-Schublade reingesteckt zu werden, als gebe es NUR diesen EINEN Typ Alleinerziehende und als wüssten sie schon, wie das wohl so alles gelaufen ist.

Und dass es mich eh nervt, dass ich überhaupt noch getrennt werde von den „richtigen, echten Müttern“, also denen mit verheiratetem Ehemann und gemeinsamen Hausstand, die alle Rechte und alle steuerlichen Vorzüge genießen und das Ansehen des Staates und der Gesellschaft, als Keimzelle eben dieser.

Ich darf keine Keimzelle sein. Noch nicht, hoffe ich. Denn noch bestimmt der Keimzellen-Lobbyisten-Verein. Und alle Unverheirateten sind es nicht, auch wenn sie Kinder haben, auch wenn sie sich lieben und sich kümmern. Logisch finde ich das nicht. 

Schweigen, Schulterzucken in der Runde. Ja, gut, Vorurteile gibt es halt immer. Das sei Jammern auf hohem Niveau, was soll man da machen, etc. 

Entschuldigt die Belehrung: Aber nee, Vorurteile gibt es nicht IMMER. Und immer alles beim Alten belassen ist ja auch wider der Natur. Sonst würden Frauen immer noch nicht wählen können, nicht studieren können, nicht Bundeskanzlerin werden. Ein dunkelhäutiger Mann nicht Präsident der Vereinigte Staaten von Amerika. Ein Hollywood-Star nicht sechs Kinder haben und sagen: „Ich verbringe sehr viel Zeit damit, darüber nachzudenken, wie ich sie großziehe …“ und ein britischer Thronfolger nicht eine Lob-Rede auf Queen Elizabeth II. mit den Worten beginnen: „Your Majesty … Mummy …“  Und Familie wäre immer noch ausschließlich VATER-MUTTER-… Ach, so, ja, stimmt, da sind wir ja noch nicht.

Es liegt an einem selbst, ob man bloß hingucken will, oder genau hingucken will. Ob man andere immer gleich aburteilt oder ihnen eine Chance gibt. Ob man den Mut hat zum Wandel, wenn die Zeit gekommen ist.

JEDER von uns hat SEINE GANZ EIGENE GESCHICHTE. Wir sehen alle anderes aus, habe eine andere Vor-, eine andere Jetzt- und eine andere Später-Geschichte. Wir leben in der Provinz, in der Stadt, in der Kleinstadt, auf Inseln oder am Polarkreis. Wir sind groß, klein, dick, dünn, schlau, doof, lustig, frech, cool, ängstlich, wild, traurig, ernsthaft, hartnäckig – braucht ihr noch mehr ; )? Ok: liebevoll.

Weil, wir sind alle Menschen. Wir funktionieren gleich. Wir sind Wunder der Natur. Wir sind toll. Supergeil und bauen viel Mist. Wer auch sonst hätte die Fähigkeiten dazu, so wie wir?

Mein Vorschlag: Lasst uns lieber Gemeinsamkeiten finden, schauen, wo wir den gemeinsamen Nenner haben. Die sind meines Erachtens viel größer, als das, was uns trennt.

PS: Das Zitat stammt vom ersten Deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer. Der musste es wissen.

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