95 Prozent der Familienrechtlichen Gutachten sind fehlerhaft! Wie deutsche Gerichte und Behörden die Rechtsstaatlichkeit untergraben

Ich bin geschockt über ein Video, auf das ich gestern aufmerksam gemacht worden bin und für dessen Verbreitung ich mich unbedingt stark machen möchte.

Grundlage ist eine Studie der einzigen staatlichen Fernuniversität Hagen in Nordrhein-Westfalen, die die Qualitätsstandards von familienrechtlichen Gutachten überprüfte und zu dramatischen Ergebnisse gekommen ist, die in diesem Video gut zusammengefasst werden.

Das Ergebnis: Bis zu 95 Prozent der familienrechtlichen Gutachten erwiesen sich als fehlerhaft – dennoch wird und wurde in einem erheblichen Maße Urteile mit teils dramatischen Folgen für die betroffenen Kindern, Mütter oder Väter auf diese Gutachten gestützt, die als Grundlage für justiziable Entscheidungen verwendet werden.

In der Regel wird die Fehlerhaftigkeit dadurch hervorgerufen, dass Jugendämter vollkommen unausgebildete Kräfte beauftragte sogenannte „familienpsychologische Gutachten“ erstellen lassen – mit dramatischen Folgen. Die in großem Umfang Kinder von ihren Eltern trennt, Müttern und Vätern die Erziehungsfähigkeit abspricht und schwerwiegende Verhaltsstörungen bei den Kindern, aber auch schwere Traumatisierungen  und zu seelischen Krankheiten bei betroffenen Erwachsenen auslöst. Doch auch die rechtsstaatlichen Verletzungen stellen eine besorgniserregende Entwicklung dar.

Eine der zentralen Aussagen der Psychologin und Aktivistin Andrea Jacob, aber auch selbst Betroffene, die auf der Gießener Akademische Gesellschaft unter Leitung von Prof. Dr. Aris Christidis zur zweiten Fachtagung “Die Richter und ihre Denker – Strukturen in der Justiz und im Gutachterwesen” zu dem Thema gesprochen hat, zitiere ich nun. Es ist eine mutige, fundierte Anklage, die vom evangelischen Sender Arche TV aufgezeichnet und veröffentlicht wurde: 

„Es wurden grob fahrlässig von nichtapprobierten Psychologen Diagnosen bei den Eltern erstellt, die nicht ansatzweise nachvollziehbar waren.

Alle diese massiven Mängel in den Gutachten haben letztlich zu massiven, nicht zu rechtfertigenden Eingriffen in das Leben ganzer Familien geführt, die für die unverwertbaren Gutachten auch noch im Rahmen der Prozesskosten aufkommen mussten.

Von den Folgekosten und erheblichen Traumatisierungen im Sinne erlernter Hilflosigkeit, die von fehlerhaften Gutachten ausgehen, wage ich überhaupt nicht zu reden. Die Frage ist: Wer kommt für den Schaden auf?“

Die Studie legt über 185 000 Scheidungsfälle im Jahr 2010 zu Grunde, die 145 000 Kindern betroffen hätten – eine unvollständige Zahl, denn die un-verheirateten Eltern, die sich im selben Jahr trennten, werden statistisch nicht erfasst. Andere Experten sprechen von rund 300 000 betroffenen Kindern jährlich.

Dieser enorme Anteil an Kinderschicksalen fällt derzeit nun in die Hände von Jugendamts-Sachbearbeitern und Sachbearbeiterinnen bzw. Jugendgerichten, deren Familien staatlicher Willkür unterliegen

Und hier kommen weitere unfassbare, die Prinzipen deutscher Rechtsstaatlichkeit untergrabende Missstände zum Tragen, einem Missstand, dem sich nun Bundesminister a.D. Norbert Blüm in seinem neuen Buch angenommen, auch er ist schockiert.

Ich liste hier auf, welche rechtsstaatlichen Prinzipien hier gerade im großen Stil von deutschen Behörden (!) und Gerichten (!!) unterwandert werden:

1. Es werden an Jugendämtern deutschlandweit Akten über unsere Kinder angelegt, deren Einsicht in erheblichen Maße von den Behörden untersagt werden – obwohl deren Inhalt bei Gerichtsverfahren, die in erheblichen Maße unser Leben beschneiden und das unserer Kinder zum Tragen kommen.

2. Keinerlei Spezifikationen oder Ausbildungsgrundlage (oder einen Schulabschluss) für einen erheblichen Anteil der Jugendamts-Sachbearbeiter und Gutachter, aber ein enormes Maß an Machtbefugnis, sich in private Belange von Familien einzumischen, z.B. um die Erziehungsfähigkeit von Eltern zu überprüfen und so genannte, inzwischen höchstumstrittene „familienpsychologische Gutachten“ im Auftrag der Gerichte zu erstellen.

3. Es werden fast durchgängig fehlerhafte Gutachten, die von diesen unausgebildeten Sachbearbeitern erstellt werden, als Gutachten in gerichtlichen Verfahren genutzt. In erheblichen Maße bestehen Vorabsprache bzgl. des Ergebnis und der Ausrichtung.

4. Keine Gewährleistung von Neutralität, da Gutachter, Jugendämter und Richter oft über Jahre eine enge Zusammenarbeit tätigen, inoffizielle Absprache die Regel sind, keinerlei Transparenz möglich ist.

5. Diese fehlerhaften Gutachten stellten und stellen im erheblichen Maße die Grundlage für die von Familienrichtern und Richterinnen gefällten Urteile – mit fatalen Auswirkungen und Folgen für Kinder.

6. Richter urteilen in fast allen Fällen nicht unabhängig und eigenständig sondern übernehmen die Entscheidungen und Darstellung der Jugendämter.

7. Keine praktizierende Kontrollfunktion durch Familiengerichte. Es werden in fast allen Fälle keine Nachweise oder Qualitätsprüfungen angefordert oder Gutachten hinterfragt – eine Berufspflicht der unabhängig zu urteilen angehaltenen und akademisch ausgebildeten Richter.

8. Keine Kontrollinstanzen der Familienrichter und Verfahrensabläufe da ausschließlich unter Ausschuss der Öffentlichkeit verhandelt wird.

9. Geschädigte Familien müssen für diese fehlerhaften Prozesse und Gutachten die Kosten tragen und für den Arbeitsaufwand aufkommen.

10. Keinerlei staatliche Instanzen, die es normalen Familien ermöglicht, gegen diese fatale Praxis vorzugehen.

Von Mutterlobby wurde mir ein wichtiges Dokument zur Verfügung gestellt, um Qualitätsmerkmale von Gutachten zu erfassen. Das gibt allen Betroffenen die Möglichkeit Gutachten auf offiziellem Weg zu hinterfragen – eine Möglichkeit von der nach Bekanntwerden der Umstände ab sofort unabdinglich Gebrauch gemacht werden sollte!

Checkliste für die Beurteilung psychologischer Gutachten d_ (3)

DIE FRAGE, die MICH allerdings am meisten UMTREIBT: WARUM WIRD SICH IN DIESEM EXTREMEN MAßE UND SO SCHÄDLICH von staatlicher Seite IN FAMILIENBELANGE EINGEMISCHT? 

Ich wünsche mir, dass hier ein Austausch mit dem Justizministerium stattfindet, damit dieser Umstand thematisiert werden kann.

Hier noch mal zusammengefasst, die wichtigsten Links zum Artikel:

Studie der Universität Hagen

Projekt-Kurzbeschreibung

Medienecho der Studie

Der WDR arbeitet in einer aktuellen Serie die Hintergründe auf – hier der Trailer

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