„Could a grandmother be a president?“

Der Droemer-Verlag mit der von mir sehr geschätzten Margit Ketterle hat gemeinsam mit dem ZEIT Magazin Hillary Clinton am 6. Juli 2014 nach Berlin eingeladen. 60 Minuten erzählte die Frau, die wohl alle wichtigen politischen und wirtschaftlichen Größen dieser Welt der letzten 20 Jahre getroffen und kennengelernt hat, die Senatorin, Außenministerin, First Lady und (hoffentlich) auch die erste US-Präsidentin wird, aus ihrem Leben. Chefredakteur Christoph Amend stellte die Fragen und machte das sehr gut, wenn ich mir das Lob unter Kollegen erlauben darf.

Hard Choices („Entscheidungen“) heißt ihr Buch und ist zu empfehlen, denn es zeigt, wie weibliche Führung auf authentische Art funktionieren kann ohne zum Mann zu mutieren und wie die weibliche Sicht der Dinge, der Weltpolitik sehr gut tun kann, wenn man uns denn lässt …

Sie berichtete sehr charmant, dass bis zum Ende ihrer Amtszeit die Frage nach der Frisur und der Kleidung die Schlagzeilen mehr beherrschte als ihre politische Tätigkeit und dass sie erst kürzlich gefragt wurde (in England!) – vor der Hintergrund, dass ihre Tochter Chelsea schwanger ist – ob eine Großmutter denn Präsidentin sein könnte. Well, plauderte Ms. Clinton souverän, sie hätte geantwortet: Es gab ja schon einige Großväter als Präsidenten und das sei doch kein Problem gewesen …

Euch habe ich eine kurze Sequenz mitgebracht (ja, ich weiß, ich brauche dringend ein besseres Handy …), in der Ms. Clinton auf die Frage antwortet, ob Geschlecht in der Weltpolitik immer noch eine Rolle spielt. Darauf gab es im übrigen Gelächter im Saal und die schnelle Antwort von Frau Clinton: „Yes, it does.“

Dann führte sie weiter aus, legte ihre Vorgehensweise nah, um Verbesserungen herbei zuführen und sprach über ihre Erlebnisse in Japan und Saudi Arabien. Kernaussage war für mich ihr Leitsatz: „Don’t create reactions, try to open doors for girls and women.“ Frei auf Deutsch übersetzt: „Erzeugt keine Reaktionen, sondern versucht, Mädchen und Frauen die Türen zu öffnen.“

PS: Während des Vortrages weinte immer wieder für einen kurzen Moment ein kleines Baby, dass eine der Zuschauerinnen mit in den Saal gebracht hatte. Manchmal schrie es kurz auf, direkt in dem Moment, in dem Hillary Clinton etwas sagte.

Und wie reagierte sie? Gar nicht, noch nicht mal ein Wimpernzucken, für sie war die Anwesenheit eines Babys vollkommen normal und stellte keinerlei Störung dar, sie redete weiter und gab der Mutter im Saal dadurch eine selbstverständliche Akzeptanz, während sich im Publikum einige Zuschauer immer wieder umdrehten. Um die Frage des Titels mal in die für mich einzig richtige (und wahrscheinlich weibliche) Reihenfolge zu bringen, nämlich: Kann eine Präsidentin eine Großmutter sein? Sage ich: Ich denke, Clinton kann’s.

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