La petite différence

Gibt es die Gleichheit zwischen Mann und Frau? Wenn Ja: Wie geht sie? Wenn Nein: Wieso – verdammt noch mal – nicht?

Es ist die jahrtausendealte Diskussion. Und jede Generation denkt, sie hätte das Thema neu für sich entdeckt, aber: Nee, nee, Leute es ist alles beim Alten geblieben, nur von außen sieht es ein ganz klein wenig anders aus. Auf den ersten Blick. Wegen der Mode und weil die Bildung mal besser, mal schlechter, die Leute mal reicher, mal ärmer sind. Doch das sind nur Details.

Um das fühlbar zu machen, habe ich mit meinen Eltern den 65-jährigen Streifen“Adam’s Rib“ (z.dt. „Adams Rippe“ – Ha, ha, sehr witzig … – der deutsche Verleiher hat sich das nicht getraut und wählte den politisch korrekten Titel „Ehekrieg“) geschaut. Kurz worum es geht: Eine betrogene Ehefrau und Mutter von drei Kindern überrascht ihren Mann inflagranti und schießt ihn nieder. Der Staatsanwalt ist ein Mann und von der Schuldigkeit der Täterin überzeugt. Die Verteidigung übernimmt eine Frau und kämpft nicht nur um die Rechte ihrer Mandantin, sondern bricht auch eine Lanze für die Emanzipation. Pikant: Staatsanwalt und Anwältin sind verheiratet …

Wir haben – zwei Generationen eine Familie – an den selben Stellen gelacht (ich und meine Mutter) an den selben Stellen geschwiegen (ich und mein Vater) und nur machmal lachte NUR meine Mutter (gehässig bis triumphierend) oder schwieg NUR mein Vater (betreten bis peinlich berührt), aber dennoch waren wir alle bis zum Ende sehr interessiert, wie es weiter-, bzw. ausgeht. Und schließlich waren wir uns einig: Damals (USA, 1949) war nicht viel anders als heute (Deutschland, 2014). Der Film bräuchte nur eine andere Kulisse, anderen Sound und zeitgemäße Outfits, die Hauptrollen werden mit Brad Pitt und Angelina Jolie besetzt, die Nebenrolle mit Penélope Cruz – die Dialoge könnten die selben bleiben. Ich bin mir sicher: Der Film träfe auch heute noch einen Nerv.

Die selben Differenzen, die selben Grundsatzdiskussionen, die gleichen Sichtweisen, Rollenbilder, Klischees, die selben Ängste (auf Seiten der Männer), die selben Träume (auf Seiten der Frauen). Der selbe Kampfgeist (der Frauen), die selbe Ungeduld (der Männer). Und am Ende ist es wie immer: Die Natur ist der Boss.

Was wir daraus lernen könne? Im Film werden die Franzosen zitiert: Vive la petite différence! Es lebe der kleine Unterschied!

Was uns das sagen soll? Dass wir uns (zumindest) für eine Sache gegenseitig brauchen. Es lebe die Liebe. Das Jetzt. Die Unvernunft. Und der Mut …

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