Alleinerziehend ist das neue verheiratet!

Zitronenschale
copy: Verena Schulemann

Ist die traditionelle Familie vom Aussterben bedroht? Aussterben wohl nicht, aber war sie einst gängiges Modell ist sie inzwischen eben nur noch eins von vielen, denn es gibt jetzt auch viele Solo-Mamas  und -Papas, Homo-Paare, die unverheirateten Eltern, die locker und mit getrennten Konten zusammenleben, die Hippie-Kommunen, Patchwork-Familien … 

In den Großstädten, wo wir unseren toleranten, aufgeklärten Freigeist ausleben, was zur Folge hat, dass sich Generationen und Geschlechter individualisieren, gibt es immer mehr Möglichkeiten des Zusammenlebens: Patchwork-Familien, Alleinerziehende, Familien-WGs, die offene, die traditionelle Ehe … Inzwischen spricht man von “Berliner Ehe”, wenn Eltern nicht zusammenleben, aber dennoch gemeinsame Kinder haben. Denn in der Hauptstadt gelten über 30 Prozent der Mütter alleinerziehend.

Irgendwas muss ja schon dran sein, sonst würden es nicht immer mehr werden … Man kann schon jetzt sagen: Alleinerziehend ist das neue verheiratet.

Fakt ist: Wer in der Stadt  lebt, gut ausgebildet ist, gute Berufserfahrungen hat, dazu gute Freunde hat, vielleicht sogar Eltern, die regelmäßig vorbei kommen oder finanziell unterstützen, tut sich leichter mit Trennungen, vor allem wenn es häufig Streit gibt oder wenn Tristesse entstanden ist.

Zudem kommt, dass alleinerziehend kein gesellschaftliches Stigma mehr ist. Im Gegenteil: Wer seinen Job, sein Kind alleine wuppt und trotzdem positiv denkt, wirkt frei, ehrlich, selbständig.

Auch die Kinder kommen nicht schlecht weg dabei: Sie haben jetzt Mama oder bei Papa immer für sich. Die Eltern können sich ganz auf den Nachwuchs konzentrieren, kein Partner da, der ablenkt oder um die Aufmerksamkeit buhlt. Es gibt klare Tage, klare Zeiten, die Erziehungsarbeit wird paritätisch unter den Eltern aufgeteilt. Eigentlich sehr fortschrittlich. 

Wenn sich beide kümmern und es halbwegs funktioniert, geht es manchmal gerechter zu als bei zusammenlebenden Elternpaaren.

Dazu kommt für Kinder ein weiteres Benefit: Zwei Kinderzimmer, doppelte Menge Spielzeug, mehr Urlaub, mehr Freunde, mehr Familie, mehr Abwechslung … Auch fürs Kuscheln ist Zeit, denn im Bett von Mama ist ja eh der Platz frei (so lange da kein neuer Partner liegt oder er sich an den „Kindertagen“ verkrümelt).

Fazit: Alleinerziehend kann total toll sein. Wo führt das wohl hin?

 

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