Alphatier, ja wo bist Du denn?

Banana
copy: Pixabay

Neulich hatte ich eine Diskussion mit einem lieben Freund. Er meinte, wir Frauen würden unbewusst, egal wieviel Gleichberechtigung wir vorgeben zu wollen (die Formulierung impliziert hier etwas), doch eh auf die Alphatiere abfahren. Und darunter verstand er Männer, die das Sagen haben, zu Hause und auch sonstwo. 

Ich fragte ihm: „Wieso denn?“ Und: „Wozu soll das gut sein?“ Da schwieg er. War ich zu direkt? Meinte er das Ganze sexuell? Also, dass wir Frauen uns nach einem starken Mann sehnen, weil, nun ja, ihr wisst schon …

Ich überlegte: Alpahtier, also! Ab wann ist das Alphatier ein Alphatier? Ist Mark Zuckerberg eins? Wladimir Putin? Gar Berlusconi, lange Zeit der reichste UND mächtigste Mann (immerhin) Italiens? Hulk Hogan? Arnold Schwarzenegger? Justin Bieber? Barack Obama? Ich muss gestehen, ich bin keinem dieser Männer je begegnet, deswegen weiß ich nicht um ihre direkte Wirkung, aber wahrscheinlich würde man hier von Alphatieren sprechen können, aber dass man deswegen als Frau sofort mit ihnen in die Feder hüpfen möchte? Ich weiß es nicht … 

Nun, ja, aber wahrscheinlich hat es Brad Pitt schon einfacher, eine Frau zu bekommen, als Hans Wurstmann – das zweifle ich nicht an. Andererseits kann sich auch Hans Wurstmann sehr in Conny Wurstmann verlieben und umgekehrt, während Arnold Schwarzenegger vielleicht viele Frauen um sich hat, aber vielleicht nicht die große Liebe … Und ist eine Frau, die einen Mann auch für länger will, nicht gut beraten, sich einen zu suchen, der nicht an der nächsten Straßenecke von Horden wilder Blondinen befallen wird, sondern vielleicht einen, der unglaublich dankbar ist, eine Frau und dazu noch SIE zu haben? Und ist das nicht auch das wahre Alphamännchen? So wie in der Sparkassen-Werbung, wo Manni auf dem Mofa die heißen Girls abzog, während der Kleine mit der Zahnspange der uncoole Spießer mit dem Bausparvertrag war. Aber 30 Jahre später putzt Manni immer noch sein Mofa und wohnt bei Mutti, während Spießer-Man seiner hübschen Frau samt strahlendem Nachwuchs im gepflegten Einfamilienwohnhausträumchen zum Feierabend entgegen schlendert …

Also haben Alphamännchen nun die besseren Karten, oder nicht? Die meisten Menschen werden ja von ganz normalen Eltern gezeugt, also vom Verkäufer an der Wursttheke und der Straßenbahnfahrerin aus Wursthausen. Und manchmal ist der Vater auch Julio Iglesias oder Fürst Albert von Monaco oder Boris Becker, aber weiß es gar nicht – und manchmal ist die Mutter Mia Farrow oder Marisa Bruni Tedeschi, denen erst Jahre später auf- bzw. einfiel (ach, ja …!) , dass ihre Kinder doch ganz andere Väter hatten … Und – jetzt kommt’s – manchmal werden aus den Kindern mit den ganz normalen Omega-Eltern ganz große Alpha-Menschen – oder auch nicht, oder umgekehrt, oder, wen interessiert das dann eigentlich?

Wo wollen wir hin, mit dem ganzen Alphatier-Geschnacksel? Geht es da wirklich um „bessere Gene“? Wohl kaum, denn bei uns Menschen ist es ja nicht so wie mit Kartoffeln, bei denen immer die dicksten und größten auch die besten sind.

Unsere Gesellschaft entwickelt sich zu rasant und ist zu unstet, und der Mensch auch zu vielschichtig, sein Umfeld zu komplex, als dass wir 20 oder 30 Jahren im Voraus wissen können, was sich in der nächsten Generation durchsetzen wird – oder gar blonde und blauäugige Brut züchten wie im Lebensborn, was am Ende auch zu rein gar nichts führt.

Waren vor ein paar Jahrzehnten noch Muckis, Ausdauer und Disziplin gefragt, sind es heute eher Wissen, Kreativität und Erfolgsstreben, die Menschen an die Spitzen der Einkommenspyramide bringen. Religiosität, blutiger Kampfgeist und Märtyrertum sind bei uns gerade nicht en vogue, in manchen Teilen der Welt fährt man damit aber zum Teil nicht schlecht – leider.

Am Ende macht es eh die Kombination der Gene, denn die Natur fußt auf Ergänzung und Ausgleich. Wenn wir jemanden riechen können, dann verrät uns das mehr über unsere Fortpflanzungschancen als der Blick auf das Bankkonto und wenn wir jemanden lieben und er uns, dann bleibt er. Da ist ebenfalls sehr viel mehr wert, als jeden Sommer nach St. Barth zu fliege – dafür aber allein …

Wir hören also besser auf die Instinkte und unser Herz. Geld und Macht ist vor allem für die Sicherheit wichtig. Daher hat mein Freund auch irgendwie recht, schließlich will man als Mutter seinen Nachwuchs sicher und gut versorgt sehen, da ist ein echtes Alphatier hilfreich. Es sei denn, man ist selbst eins … 

 

 

0
More from Mamaberlin

Heute schon gelacht? Noch nicht? Dann klappt es garantiert damit …

In Gedenken an die großartige Motivationstrainerin Vera F. Birkenbihl - bis heute...
Read More

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.