Das was Leute erzählen und das, was Leute tun …

desperate houswive
Screenshot by Verena Schulemann

… dazwischen liegt oft ein großer Unterschied. Wenn ich mich umsehe, bemerke ich oft einen Typus, der beeindruckende Fähigkeiten entwickelt hat, etwas vorzugeben, was sich total gut anhört, was aber nur Fassade ist. Und auch gar nicht gedacht dafür, mehr als das zu sein. Da werden dann Geschichten erfunden, die sich gut anhören, die einen zu was machen. Es wird sich klamottengetunt und bzgl. Status und Ansichten an den Stream der Begierde angemorpht. Erfolgreiches Modell seit Adam und Eva. Authenisch? Fehlanzeige. Muss auch nicht.

Die geniale-gemeine US-amerikanische TV-Serie „Desperate Housewives“ hat die diese perfektionierte Heuchel-Attitüde von Vorstadtfrauen zur Serienreife gebracht und Tausende Stunden Unterhaltungsprogramm daraus entwickelt, wie sich Frauen in ihrem abgesicherten Umfeld langweilen und (scheinbar) nichts besseres zu tun haben, als in bester Streberinnen-Attitüde um den Titel der „Königin der Reihenhaussiedlung“ zu buhlen. Da wird freundlich gelächelt, stets gegrüsst und fröhlich gurrend Smalltalk betrieben, aber kaum ist die Nachbarin um die Ecke, wird gelästert, was das Zeug hält. Und kaum ist die Lästerkollegin fort, wird sie zum Opfer der schmutzig-schlüpfrigen Nachreden.

Das funktioniert natürlich nur so gut, weil die Männer mitmachen – aus unterschiedlichen Gründen: weil sie keinen Ärger mit ihren Ehefrauen haben wollen (Ja, Schatzi, Du bist die Beste…), weil’s ihnen egal ist („Och, Frauen …?!“), weil sie ein bisschen dumm sind („Meine süße, kleine Frau – gerissen? Niemals!) oder weil sie genauso ticken („Yeah! Mach sie fertig, Baby!“). Und, natürlich, weil sie damit von sich selbst ablenken. Solang Mutti mit den Mädels frauencatcht, kann Papi den Beschützer geben (oder auf der Couch Champions League schauen) gegen die bösen, bösen Zicken da draußen …

So ist dann alles wieder im Lot. Für all die Frauen, die aber wirklich was zu tun haben und keine Zeit für Prinzessin-Lillifee-Krawallereien, ein Rat, wie man den Überblick behält: Schauen was die Leute vorgeben, dann schauen, was sie wirklich davon umsetzen, dann Strich ziehen und nachsehen, was drunter steht. Ist das Resultat mickrig: schnell weg! Hier sind professionelle Hochstapler/innen am Werk, die werden umwerfend nett zu ihnen sein, freundlich, lächelnd, smart und herzlich – aber nur so lange sie im Raum sind …

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